Funda Yilmaz

Müller über Einbürgerungs-Protokoll: «Die Fragen sind dermassen doof»

Philipp Müller hat kein Verständnis für die Buchser Einbürgerungspraxis, die im Fall Funda Yilmaz bekannt geworden ist.

Philipp Müller hat kein Verständnis für die Buchser Einbürgerungspraxis, die im Fall Funda Yilmaz bekannt geworden ist.

Das Einbürgerungsgespräch von Funda Yilmaz war mehr ein Kreuzverhör. Über die Fragen regt sich auch der Aargauer Ständerat Philipp Müller auf. Er sieht für Yilmaz' Rekurs aber gute Chancen.

92 Fragen hat die Buchser Einbürgerungskommission Funda Yilmaz gestellt. Die az hat das Protokoll des Gesprächs am Freitag veröffentlicht. Gelesen hat es auch Philipp Müller. Der Aargauer FDP-Ständerat kam aber nicht bis zum Ende: "In der Hälfte musste ich aufhören. Die Fragen, die da gestellt wurden, sind dermassen doof", sagt er der "Sonntagszeitung".

Was Müller aufregt: Die Fragen seien für einen Einbürgerungsentscheid nicht von Bedeutung. "Es ist doch Wurscht, ob sie in der Migros oder im Dorflädeli einkaufen geht", sagt er. Auch sei es völlig egal, ob sie den Volksbrauch Bachfischet kennt.

Für Müller gehören vor einer Einbürgerung andere Fragen abgeklärt: Bezieht die Person Sozialleistungen? Ist sie hoch verschuldet? Vertritt sie fundamentalistisches Gedankengut?

Dem Rekurs, den Yilmaz gegen den Buchser Negativentscheid eingereicht hat, gibt Müller gute Chancen. "Der Regierungsrat wird sie wahrscheinlich einbürgern." Man könne heute nicht mehr aus fadenscheinigen Gründen die Einbürgerung verweigern.  Für ihn steht fest: Das Buchser Einbürgerungsprozedere sei "sicher kein Vorzeigebeispiel". (mwa)

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