Der Sommer ist mit voller Wucht eingefahren, tagsüber wird es 30 Grad warm. Nach Sonnenuntergang laden die immer noch angenehmen Temperaturen dazu ein, lauschige Sommernächte im Freien zu verbringen. Wären da nicht die Mücken. Wie «20 Minuten» berichtet, wird der Aargau momentan von einer Mückenplage heimgesucht. Unbarmherzig sind die Biester auf der Suche nach menschlichem Blut.

Regen im Mai schuf ideale Bedingungen

Grund für das überdurchschnittliche Vorkommen von Mücken sind die idealen Bedingungen, die das feuchte Wetter im Mai geschaffen hat. «Überschwemmungen und langanhaltender Regen haben beim Wetterumschwung diverse kleine Restwasserflächen zurückgelassen, die sich für die Fortpflanzung der Stechmücken eignen. Darunter auch kleinste Wasservorkommen wie zum Beispiel Aushöhlungen in Bäumen», erklärt Naturama-Direktor Peter Jann.

Wie sonst nirgendwo in der Schweiz suchen ausserordentlich aggressive Mückenschwärme den ganzen Kanton heim. Wieso ausgerechnet im Aargau?

Wie sonst nirgendwo in der Schweiz suchen ausserordentlich aggressive Mückenschwärme den ganzen Kanton heim. Wie lange müssen wir noch unter der Mückenplage leiden?

Weil es im Aargau besonders viele Fliessgewässer gibt, ist der Kanton prädestiniert für eine besonders schnelle Verbreitung von Mücken, erklärt Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Aargauer Gesundheitsdepartements.

Die Mücken haben nach den Regenfällen ideale Bedingungen gefunden, um ihre Eier zu legen. Vom Ei bis zur fertigen Mücke dauert es bei Temperaturen um 25 Grad nur gerade 10 Tage. Zwar wird ein Mückenweibchen nur ungefähr 5 bis 6 Wochen alt, doch kann es in dieser Zeit mehrmals Eier ablegen.

Mit Schnaps gegen Mückenstiche

Wie aggressiv und zahlreich die Mücken sind, zeigt das Bild eines Rettungsschwimmers aus Brugg. Etwas mehr als eine Stunde hat er während des Trainings an der Aare verbracht, danach war sein Rücken von Stichen übersät.

«Sobald die Sonne untergegangen ist, hat es überall Mücken», sagt der junge Brugger. Doch er nimmt es gelassen: «Die Leute regen sich auch auf, wenn es weniger Mücken hat. Dieses Jahr hat es halt besonders viele.»

Auch Apotheker Daniel Moser von der Central Apotheke in Aarau merkt, dass die Mückenplage in vollem Gang ist. Moser rät, prophylaktisch mit Sprays wie Anti Brumm gegen die Plagegeister vorzugehen.

Haben sie schon zugestochen, sorgen antiallergische und kühlende Cremen für Linderung. Auch ein hochprozentiges Hausmittel gegen Insektenstiche hat der Apotheker: Schnapswickel haben ebenfalls eine kühlende Wirkung.

Die Mücken brauchen die Proteine im menschlichen Blut für ihre Eierproduktion und manchmal können nicht einmal Kleider sie abhalten, mit ihrem Rüssel die warme Menschenhaut zu durchstechen. 

Enge Kleidung wie eine anliegende Jeans können ebenfalls durchstochen werden. Bei weiteren Kleidern wird es für die Mücken schwieriger, erklärt Jann. So könne ein flatterndes Hemd gegebenenfalls Mückenstiche verhindern.