Vor zehn Tagen wurde bekannt, dass Cornelia Breitschmid, die Chefin des kantonalen Sozialdienstes, ihre Stelle gekündigt hat. Balz Bruder, Sprecher des Sozialdepartements, sagte zu den Gründen: «Cornelia Breitschmid hat geltend gemacht, dass sie das Vertrauen der Departementsleitung in ihre Arbeit nicht mehr spüre und nicht mehr alle Entscheide mittragen könne.»

Ein paar Tage zuvor hatte die az pub- lik gemacht, dass ein Mitarbeiter des Sozialdienstes Möbel für Asylunterkünfte auf zweifelhafte Art beschaffte. Er vergab Aufträge von rund
750 000 Franken an die Frau seines kroatischen Cousins. Daraufhin ordnete der Kanton eine Sonderprüfung durch die Finanzkontrolle an und unterstellte die Abteilung Asyl, zuvor in der Verantwortung von Breitschmid, neu Stephan Campi, dem Generalsekretär von Regierungsrätin Susanne Hochuli. Breitschmid hielt dazu fest: «Nicht die Sonderprüfung und ihr Inhalt sind der Auslöser, sondern Massnahmen, die im Umfeld der Sonderprüfung getroffen wurden.»

«Verlust für den Sozialdienst»

Inzwischen hat das Sozialdepartement «die Nachfolgeregelung eingeleitet und zugleich die Arbeiten zur Reorganisation der Abteilung Asyl aufgenommen», wie es in einer Mitteilung heisst. Man bedaure Breitschmids Entscheid, respektiere jedoch die Gründe, die dazu geführt haben und danke ihr für die gute Arbeit, schreibt Bruder.

Auch der Verband der Gemeindesozialdienste bedauert Breitschmids Kündigung, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die Verantwortlichen der Sozialdienste in den Gemeinden sei ihr Weggang ein grosser Verlust. «Dies dürfte wohl auch für den Kantonalen Sozialdienst gelten, der eine kompetente Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung verliert», schreibt der Verband.

Stelle wird bald ausgeschrieben

Die frei werdende Stelle wird laut Mitteilung des Kantons bereits dieses Wochenende zur Neubesetzung ausgeschrieben. Gesucht wird «eine in Reorganisation und Change Management erfahrene, durchsetzungsstarke, integrierende Persönlichkeit für die Leitung des Kantonalen Sozialdienstes». Dies vor dem Hintergrund, dass sich das Departement Hochuli derzeit mit der Reorganisation der Abteilung befasse.

Dabei geht es konkret um die Neustrukturierung der Sektion Asyl und ihrer Fachbereiche. «Ziel ist es, die rund 120 Mitarbeitende umfassende Sektion so zu organisieren, dass sie den künftigen Anforderungen bei der Umsetzung des Konzepts für Grossunterkünfte gerecht werden kann», teilt das Departement mit. Diese Reorganisation soll im ersten Halbjahr 2016 vorbereitet und im zweiten Halbjahr umgesetzt werden.