Asylwesen
Möbel-Affäre: Alle bedauern den Abgang der Chefin

Cornelia Breitschmid geht Ende April – der Verband der Gemeindesozialdienste und das Sozialdepartement bedauern dies. Der Kanton sucht einen Nachfolger und will zugleich den Asylbereich neu organisieren.

Fabian Hägler
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Cornelia Breitschmid hat genug.

Cornelia Breitschmid hat genug.

Andre Albrecht

Vor zehn Tagen wurde bekannt, dass Cornelia Breitschmid, die Chefin des kantonalen Sozialdienstes, ihre Stelle gekündigt hat. Balz Bruder, Sprecher des Sozialdepartements, sagte zu den Gründen: «Cornelia Breitschmid hat geltend gemacht, dass sie das Vertrauen der Departementsleitung in ihre Arbeit nicht mehr spüre und nicht mehr alle Entscheide mittragen könne.»
Ein paar Tage zuvor hatte die az pub- lik gemacht, dass ein Mitarbeiter des Sozialdienstes Möbel für Asylunterkünfte auf zweifelhafte Art beschaffte. Er vergab Aufträge von rund
750 000 Franken an die Frau seines kroatischen Cousins. Daraufhin ordnete der Kanton eine Sonderprüfung durch die Finanzkontrolle an und unterstellte die Abteilung Asyl, zuvor in der Verantwortung von Breitschmid, neu Stephan Campi, dem Generalsekretär von Regierungsrätin Susanne Hochuli. Breitschmid hielt dazu fest: «Nicht die Sonderprüfung und ihr Inhalt sind der Auslöser, sondern Massnahmen, die im Umfeld der Sonderprüfung getroffen wurden.»
«Verlust für den Sozialdienst»
Inzwischen hat das Sozialdepartement «die Nachfolgeregelung eingeleitet und zugleich die Arbeiten zur Reorganisation der Abteilung Asyl aufgenommen», wie es in einer Mitteilung heisst. Man bedaure Breitschmids Entscheid, respektiere jedoch die Gründe, die dazu geführt haben und danke ihr für die gute Arbeit, schreibt Bruder.
Auch der Verband der Gemeindesozialdienste bedauert Breitschmids Kündigung, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die Verantwortlichen der Sozialdienste in den Gemeinden sei ihr Weggang ein grosser Verlust. «Dies dürfte wohl auch für den Kantonalen Sozialdienst gelten, der eine kompetente Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung verliert», schreibt der Verband.
Stelle wird bald ausgeschrieben
Die frei werdende Stelle wird laut Mitteilung des Kantons bereits dieses Wochenende zur Neubesetzung ausgeschrieben. Gesucht wird «eine in Reorganisation und Change Management erfahrene, durchsetzungsstarke, integrierende Persönlichkeit für die Leitung des Kantonalen Sozialdienstes». Dies vor dem Hintergrund, dass sich das Departement Hochuli derzeit mit der Reorganisation der Abteilung befasse.
Dabei geht es konkret um die Neustrukturierung der Sektion Asyl und ihrer Fachbereiche. «Ziel ist es, die rund 120 Mitarbeitende umfassende Sektion so zu organisieren, dass sie den künftigen Anforderungen bei der Umsetzung des Konzepts für Grossunterkünfte gerecht werden kann», teilt das Departement mit. Diese Reorganisation soll im ersten Halbjahr 2016 vorbereitet und im zweiten Halbjahr umgesetzt werden.

Baubewilligung

Kanton stellt Container beim Notspital Aarau auf

In den vier Notspitälern in Aarau, Baden, Laufenburg und Muri sind derzeit rund 600 Asylbewerber untergebracht. Weil der Zustrom von Flüchtlingen weiterhin hoch ist, muss der Kanton die unterirdischen Anlagen länger nutzen. Dafür ist zusätzliche Infrastruktur nötig – diese kann nun in Aarau erstellt werden. Der Stadtrat hat die Bewilligung für «Containerbauten mit einer Küche und einem Essraum, für eine Pellets-Heizung mit Silo und die Erstellung eines Gehwegs und einer Einzäunung» beim Notspital erteilt. Dies erstaunt, hatte der Kanton doch bisher erst in Muri ein Baugesuch eingereicht. Balz Bruder, Sprecher des Sozialdepartements, sagt auf Anfrage: «Die Aussencontainer bei der Geschützten Operationsstelle Aarau konnten mit Einwilligung der Stadt errichtet und vorzeitig in Betrieb genommen werden.» Gleichzeitig laufe das Bewilligungsverfahren, ein Baugesuch für das Notspital an sich sei diese Woche eingereicht worden.

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