Wechsel an der Spitze des Vereins «Lehrpersonen Mittelschule Aargau» (AMV): Thomas Dittrich, Lehrer für Geistes- und Sozialwissenschaften an der Kantonsschule Baden, übergibt das Präsidium in jüngere Hände – und zwar in vier: Mit Michael Bouvard, Lehrer für Bildnerisches Gestalten an der Alten Kanti Aarau, und Michael Laufer, Lehrer für Wirtschaft und Recht an der Kanti Baden, sollen zwei junge Familienväter den Verein in die Zukunft führen.

Thomas Dittrich zieht insgesamt eine positive Bilanz über seine Amtszeit: In den letzten vier Jahren ist die Zahl der jungen Menschen, die einen Mittelschulabschuss anstreben, stark gewachsen, ohne dass das Ziel – «eine ausgezeichnete Mittelschulbildung im Aargau» – verwässert worden sei. Dittrich hat sich auch dezidiert dafür eingesetzt, dass die Wirtschafts- und die Informatikmittelschule Teil der Mittelschule bleiben und nicht den Berufsschulen angegliedert werden. Die Platzprobleme an den Mittelschulen seien anders, nämlich mit einem neuen Standort zu lösen.

Angesprochen auf seinen grössten nicht erfüllten Wunsch, zögert Dittrich nicht lange: «Wir Kantonsschullehrkräfte sind gemäss kantonalem Unvereinbarkeitsgesetz nach wie vor nicht in den Grossen Rat wählbar. In allen Nachbarkantonen ist der alte Zopf der Unvereinbarkeit längst abgeschnitten worden. Der angeblich so fortschrittliche Aargau hat hier seine Hausaufgaben verschlafen. Dieses faktische Politikverbot einer ganzen Berufsgattung ist ein echtes Ärgernis, gerade vor dem Hintergrund, dass Bildungspolitik heute nur noch ein Teil der Finanzpolitik zu sein scheint.»

Um den Einfluss der Mittelschullehrer zu vergrössern, prüft der AMV eine Fusion mit dem Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv). Die Volksschullehrer sind nicht vom Grossen Rat ausgeschlossen und könnten dort auch die Anliegen der Mittelschullehrer vertreten. «Eine Fusion mit dem alv erscheint angesichts seiner guten politischen Vernetzung und erfolgreichen Verbandsarbeit logisch», schliesst Thomas Dittrich.