«Natur in der Bauzone definitiv gerettet»: Der Titel der Mitteilung von Pro Natura Aargau klingt euphorisch. Die Organisation freut sich, dass rund 30 Aren Magerwiese und Hecken am Dorfrand von Villnachern der Naturschutzzone zugewiesen werden sollen. Speziell daran: Pro Natura kaufte das Land, das derzeit noch in der Bauzone liegt, vor vier Jahren mit der ausdrücklichen Absicht, eine Überbauung zu verhindern.

«In Villnachern nahmen wir den stattlichen Preis für einige Quadratmeter Bauland in Kauf, um Orchideen und Schmetterlinge zu retten», lässt sich Pro-Natura-Präsident Matthias Betsche in der Mitteilung zitieren. Betsche zeigt sich erleichtert: «Die Gemeinde will im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung die Fläche der Naturschutzzone zuweisen. Das ist eine sehr schöne Bestätigung unserer Arbeit.»

Projekt statt Entschädigung?

Roland König, Gemeindeammann in Villnachern, sagt auf Anfrage: «In der öffentlichen Auflage der Nutzungsplanung ist vorgesehen, das Land von Pro Natura auszuzonen, dies ist ja im Sinn der Organisation.» Das Gebiet grenze an eine bestehende Naturschutzzone, deshalb sei die Umzonung logisch. Definitiv ist der Entscheid allerdings nicht, wie König erläutert: «Die Änderung der Nutzungsplanung kommt noch an die Gemeindeversammlung.»

«Wir wurden heftig kritisiert, als wir im Rahmen der Sicherung einer grösseren Magerwiesenfläche in Villnachern auch ein paar Quadratmeter Bauland kauften», erinnert sich Johannes Jenny, der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau. Naturwerte dieser Qualität hätten laut Präsident Matthias Betsche nie in die Bauzone eingezont werden dürfen. «Das war ein raumplanerischer Fehler, wir haben ihn entdeckt und die Fläche mit viel Geld für die Natur gesichert.»

Mit der Umteilung von der Bau- in die Naturschutzzone verliert das Land massiv an Wert. «Hätte die Gemeinde von sich aus das Land schon ausgezont, bevor es Pro Natura zur Rettung kaufen musste, hätte sie die damaligen Grundeigentümer wohl entschädigen müssen», macht Präsident Betsche klar. Pro Natura Aargau möchte von Villnachern jedoch keine finanzielle Entschädigung, wie Geschäftsführer Jenny auf Anfrage erklärt. Stattdessen würde die Organisation «als Kompensation zusammen mit der Gemeinde ein Naturschutzprojekt in diesem aus ökologischer Sicht besonders wertvollen Dorf realisieren», hält Matthias Betsche fest.