Übernachtungszahlen
Mit Velokurzferien-Angebot will Aargau Tourismus mehr Gäste anlocken

Die Übernachtungszahlen waren 2012 gesamtschweizerisch und auch im Aargau leicht rückläufig. Aargau Tourismus will diesem Trend mit einem neuen Kurzferienangebot für Velofreunde und mit vermehrter ausserkantonaler Werbung entgegen steuern.

Mathias Küng
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Guido Savian

Die Übernachtungszahlen waren im Aargau 2012 leicht rückläufig. Mit minus 1,4 Prozent steht der Kanton aber etwas besser da als die gesamte Schweiz mit minus 2 Prozent. Damit konnte sich der Aargau dem nationalen Trend gleichwohl nicht mehr entgegenstemmen.

2011 hatte er nämlich noch ein Plus von 1,6 Prozent vorweisen können, derweil bereits damals ein gesamtschweizerisches Minus von 2 Prozent resultierte.

2012 waren im Aargau die Übernachtungen von schweizerischen und von ausländischen Gästen leicht rückläufig, wie die jetzt vorliegenden definitiven Zahlen von Statistik Aargau zeigen. Besonders auffallend ist ein Minus von 10 000 Übernachtungen bei deutschen Gästen.

Laut Andrea Lehner, Geschäftsführerin von Aargau Tourismus, ist das Steuern der Übernachtungszahlen im Aargau schwieriger als in typischen Tourismuskantonen.

Ein Grossteil der Gäste kommt aus dem Geschäftsbereich. Ob diese Gäste kommen, hängt stark von der Wirtschaftsentwicklung und aktuell auch vom Eurokurs ab.

Auf der Freizeitschiene erwartet Lehner als Folge des teuren Frankens auch 2013 einen Rückgang. Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern, fände Lehner es gut, wenn man Übernachtungen vermehrt mit einem Thema verknüpfen könnte.

In einem Gebirgskanton kann man beispielsweise Übernachtungen mit Bergwandern verknüpfen, im Winter mit Skifahren.

Und der Aargau? Hier fehlt eine klare Fokussierung, man spreche noch keine klare Zielgruppe an, so Lehner. Ein gelungenes regionales Beispiel sieht sie im Kulturpicknick-Angebot in Baden.

Wer dort übernachtet, kann eine Zusatzleistung aus dem kulturellen Bereich herauspicken und nutzen. Lehner: «Wir müssen einen grossen Schritt weiter kommen, um die Kapazitäten an den Wochenenden besser zu nutzen.»

In diese Richtung geht ein neues Angebot, das Aargau Tourismus im Frühling lanciert: Velokurzferien von ein bis maximal drei Übernachtungen. Ein Angebot, das laut Lehner «qualitativ gut ist, sich aber auf einem Preisniveau befindet, das auch für deutsche Gäste erschwinglich ist».

Passend dazu wird zu Ostern ein Flyer mit Routen- und Preisvorschlägen, mit buchbaren kleinen Gesamtangeboten, erscheinen.

Doch was könnte der Aargau noch anbieten? Statt ständig Neues zu fordern, plädiert Lehner dafür, sich Rechenschaft darüber abzulegen, was der Aargau schon alles bietet, und sich damit zu positionieren.

Die Liste ist eindrücklich – und nicht abschliessend: Der Aargau ist ein Velo-, ein Wander-, ein Schlösser-, ein Wellness-, ein Wasserschloss-, ein Bade- und Kulturkanton.

Das Interesse ist da, und zwar mit steigender Tendenz. So gab es letztes Jahr laut Lehner 30 Prozent mehr Zugriffe auf die Homepage von Aargau Tourismus.

2012 erhielt Aargau Tourismus vom Kanton 390'000 Franken – geknüpft an einen Leistungsauftrag. Für 2013 beantragte Aargau Tourismus eine Aufstockung auf 550'000 Franken.

Das klappte zwar nicht, aber immerhin erhält die Organisation dieses Jahr 500'000 Franken. Verwendet wird dies unter anderem für Aufstockung der Geschäftsstelle von 300 auf 330 Stellenprozent.

Zudem wird man vermehrt auch ausserhalb des Aargaus kommunizieren. So kommen zur bewährten Zusammenarbeit mit der Aargauer Zeitung vermehrt Werbeaktivitäten via Schweiz Tourismus zum Beispiel in der Schweizer Familie, im Beobachter Natur und in Tageszeitungen dazu.

Ihnen sei bewusst, dass der Kanton sparen muss, sagt Lehner zur Mittelaufstockung: «Wir sehen dies als Anerkennung des Kantons und für die Notwendigkeit unserer Arbeit.»

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