SVP-Hardliner Andreas Glarner – mittlerweile national zum «SVP-Asylchef» erklärt – nutzte den sonntäglichen Abstimmungssieg in Oberwil-Lieli, wonach das Dorf keine Asylbewerber aufnehmen soll, die Chance, noch einen Schritt weiterzugehen.

«Die Schweiz muss ihre grüne Grenze mit einem Stacheldrahtzaun abriegeln. Es wird zu einer Flüchtlingsinvasion kommen. Frankreich ist zu, Österreich macht zu, die Balkanroute ist zu. Der einzige Weg nach Europa führt über Italien. Italien ist aber kein Zielland. Die Flüchtlinge kommen in die Schweiz», so Glarner in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» besorgt.

Juso: «Oberwil-Lieli einzäunen»

Mit diesem Bild werben die Juso auf ihrer Homepage für ihre Anti-Abschotter-Aktion

Mit diesem Bild werben die Juso auf ihrer Homepage für ihre Anti-Abschotter-Aktion

Genauso provokativ melden sich daraufhin die Jungsozialisten zu Wort: Sie sammeln mit einer Crowdfunding-Aktion Geld, um Oberwil-Lieli einzuzäunen.

Juso-Chef Fabian Molina: «Wir wollen die Abschotter abschotten und Oberwil-Lieli vollständig einzäunen – oder zumindest jene 52 Prozent, welche keine Asylsuchenden wollen», sagt er zu Blick und fügt hinzu: «Glarners Forderungen werden immer absurder, da wollen wir Paroli bieten. Seine Aussagen sind menschenverachtend. Und vor allem ziehen wir eine Grenze gegen Rassismus.»

SVP-Präsident: «Das macht keinen Sinn»

Die Aussage Glarners, die landesweit für Furore sorgte, geht selbst der SVP-Fraktion zu weit. 

Im Namen von Fraktionschef Adrian Amstutz wandte sich laut Blick Generalsekretär Martin Baltisser per Mail an die Fraktionsmitglieder, um auf die Position der SVP hinzuweisen, da wegen des Interviews Fragen aufgetaucht seien. 

Ein Stacheldraht sei keine Lösung: «Das macht keinen Sinn. Über die grüne Grenze kommt nur ein Prozent der illegalen Migranten. Wir können sicher nicht alles abriegeln, meint der neue SVP-Präsident Albert Rösti.

Nach Asyl-Abstimmung: Glarner vs. Hochuli

Nach Asyl-Abstimmung: Glarner vs. Hochuli

Oberwil-Lieli will doch keine Asylbewerber aufnehmen. Regierungsrätin Susanne Hochuli bezeichnet den Volksentscheid als unsolidarisch. Im Talk Täglich kommt's zum Showdown!