Zum Gedenken
Mit Gerhard Ammann verstarb einer der ersten Umweltschützer im Aargau

Gerhard Ammann ist mit 80 Jahren verstorben. Neben seiner Tätigkeit als Geografielehrer an der Neuen Kantonsschule in Aarau hat er sich durch grossen Einsatz für Natur und Umwelt im Aargau verdient gemacht.

Armin Wassmer*
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Der im April 2015 verstorbene Gerhard Ammann auf einer seiner letzten Führungen im Rohrer Schachen (aufgenommen im Mai 2014).
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Mit Gerhard Ammann verstarb einer der ersten Umweltschützer im Aargau
Der im April 2015 verstorbene Gerhard Ammann auf einer seiner letzten Führungen im Rohrer Schachen (aufgenommen im Mai 2014).
Der im April 2015 verstorbene Gerhard Ammann auf einer seiner letzten Führungen im Rohrer Schachen (aufgenommen im Mai 2014).
Der im April 2015 verstorbene Gerhard Ammann auf einer seiner letzten Führungen im Rohrer Schachen (aufgenommen im Mai 2014).

Der im April 2015 verstorbene Gerhard Ammann auf einer seiner letzten Führungen im Rohrer Schachen (aufgenommen im Mai 2014).

Zur Verfügung gestellt

Am 15. April starb völlig unerwartet Dr. Gerhard Ammann, ehemaliger Geografielehrer an der Neuen Kantonsschule Aarau. Er wurde 80 Jahre alt. Neben seiner Lehrtätigkeit hat er sich durch grossen Einsatz für Natur und Umwelt verdient gemacht. Als Anfang der Sechzigerjahre der Aargauische Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) in einer heiklen personellen Situation steckte, übernahm er ohne weiteres das Präsidium dieses Verbandes und führte ihn mit Konsequenz und grossem persönlichem Einsatz durch die Sechziger- und Siebzigerjahre, einen Zeitabschnitt, wo sich gewichtige Umweltprobleme in schöner Regelmässigkeit ablösten, nicht wenige davon in der Aarauer Region.

Erinnert sei etwa an die Führung der neuen Strasse westwärts durch den Aarauer Schachen, die geplante Verlegung der Kaserne in den Jura und – wiederum im Jura – die Idee, an der Staffelegg eine Kehrichtgrossdeponie anzulegen. Dem Geografen Ammann eignete eine besondere Sensibilität für die natürlichen Werte der heimischen Landschaft, und er war zu keinen Kompromissen bereit, wenn rein technisch-wirtschaftlich konzipierte Planungen das Bild der Heimat zu beschädigen drohten. Er war in Aarau aufgewachsen mit Blick auf die nahe Jurakette. Er reagierte empfindlich auf die damals verbreitete Tendenz, lästige oder immissionsträchtige Projekte in den Jura abzuschieben. Die Gegenwehr des Naturschutzbundes und seines Präsidenten fand natürlich nicht immer den ungeteilten Beifall.

Die Kämpfe der Pionierzeit sind lange vorbei. Ammann engagierte sich weiterhin stark für Naturbelange, so vor allem für den Auenschutzpark Aargau, dieses weitgespannte Renaturierungswerk, welches die Flusslandschaft zwischen Aarau und Wildegg in einen naturnäheren Zustand zurückführen will. Er leitete öffentliche Exkursionen im Aaregebiet, schrieb Berichte und Abhandlungen und blieb so unermüdlich aktiv. Er hat sich um seine Heimat verdient gemacht. (az)

* Der Autor wohnt in Aarau und ist alt Kantilehrer und Biologe.

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