Ein Kilo Aufschnitt mussten die 24 Teilnehmer der Schweizer Meisterschaft im Fleischplattenlegen in Basel verarbeiten. Dreissig Minuten hatten sie Zeit, die einzelnen Fleischportionen zu berechnen, den Aufschnitt ansprechend auf der Platte zu drapieren und zu garnieren. Sarah Lanz von der Metzgerei Sandmeier in Kölliken zauberte die schönste Fleischplatte: Sie holte sich den ersten Platz und wurde zur Schweizer Meisterin gekürt.

Die Brittnauerin freut sich über ihren Sieg. Gewonnen hat sie einen Blumenstrauss, eine Servierplatte und einen Gutschein. Der Preis habe für sie aber nicht im Vordergrund gestanden, sondern das Mitmachen, sagt Lanz. Angemeldet hatte sie ihr Chef, Markus Sandmeier. Ihr selbst habe der Mut gefehlt.

«Das Auftreten vor vielen Menschen ist nicht meine Sache.» Ein regelrechter Fanclub aus Familie, Freunden und Arbeitskollegen begleitete die 26-Jährige dann am 18. November zur Meisterschaft, die im Rahmen der Fachmesse für Fleischwirtschaft und Lebensmittelproduktion stattfand. Den Wettbewerb organisieren der Schweizer Fleisch-Fachverband und das Ausbildungszentrum für die Schweizer Fleischwirtschaft zusammen seit vier Jahren.

Schweizer Meisterin im Fleischplattenbelegen herausgefordert

Schweizer Meisterin im Fleischplattenbelegen herausgefordert

Bei Tele M1 hat sich Sarah Lanz mit einem Kunden der Metzgerei gemessen – wer hat wohl schneller eine schöne Platte legen können?

Mit exakter Arbeit gepunktet

Die Experten beurteilten Schwierigkeitsgrad, Exaktheit und Kreativität des gelegten Musters. Bewertet haben sie auch die Sauberkeit am Arbeitsplatz und die Berechnungen der Fleischmengen.

Sarah Lanz konnte mit ihrer Exaktheit punkten. «Ich bin eine kleine Perfektionistin», sagt sie. Ein Rezept für die perfekte Fleischplatte gebe es nicht: Jeder gehe beim Legen anders vor. Lanz hält sich an zwei Gestaltungsregeln: Sie wechselt zwischen Reihen aus weissem und rotem Fleisch ab. Die Reihen bestehen jeweils aus einer ungeraden Anzahl an Fleischröllchen. Exaktheit sei dabei wichtig, sonst wirke das Bild schnell chaotisch. «Mit Obst bringe ich dann noch Farbe rein.»

Dafür schnitzt sie Blumen aus Kiwi-Hälften oder Blütenblätter aus Apfelschnitzen. Fleischplatten, die zu Hochzeitsapéros serviert werden, ziert ein zum Schwan geschnitter Apfel. Die klassische Garnitur mit Essiggurken und Silberzwiebeln gefalle ihr weniger. «Das ist momentan auch etwas aus der Mode gekommen.»

20 Kilo Fleisch an einem Tag

Acht Minuten benötigt Sarah Lanz, um ein Kilo Fleisch auf einer Platte zu drapieren. «Die Übung machts», sagt sie. An manchen Tagen verarbeite sie auf diese Weise bis zu 20 Kilogramm Fleisch. In der Adventszeit herrsche Hochbetrieb in der Metzgerei. Schön seien dabei aber die Rückmeldungen der Kunden, die derzeit ins Geschäft kommen, sagt Sarah Lanz und lacht. «Viele sprechen mich auf den Wettbewerb an und wünschen beim Bestellen eine Schweizer-Meister-Platte.»