Ferienjobs

Mit Ferienjobs fliehen Schüler vor der Langeweile

Einblick ins Transportunternehmen Planzer: Felix Jäger (19) ist einer von zwölf Schülern, die in den Ferien aushelfen.

Einblick ins Transportunternehmen Planzer: Felix Jäger (19) ist einer von zwölf Schülern, die in den Ferien aushelfen.

Das Transportunternehmen Planzer in Villmergen bietet jedes Jahr Ferienjobs an – mit Erfolg: Das Angebot ist eine Win-win-Situation für die Firma, aber auch für die motivierten Ferienjob-Arbeiter.

So weit das Auge reicht ragen Kartonboxen in die Höhe, aus einer Ecke erklingt Radiomusik und kaltes Röhrenlicht erhellt die Fabrikhalle. Inmitten der Kartonstapel flitzen Dutzende Arbeiter umher.

Sie falten, sortieren und verpacken allerlei. Unter ihnen sind neben Festangestellen und Temporär-Mitarbeitern auch zwölf Schüler, die im Sommerloch als Ferienjob-Arbeiter aushelfen.

Flucht vor der Langeweile

Einer von ihnen ist der 19-jährige Felix Jäger. Der Bremgarter schloss vor knapp drei Monaten die Kantonsschule Wohlen ab und ist nun auf der Suche nach Geld und Beschäftigung. «Mir wurde vor lauter Ferien langsam langweilig», fügt er an.

Wenn er im Herbst zu studieren beginnt, braucht er ein finanzielles Polster. Wie viel ihm bei Planzer bezahlt wird, war Jäger im Voraus aber unwichtig. «Wenn ich viel arbeite, verdiene ich auch viel», so die Überlegung des Schülers.

Tatsächlich hat er sich einige Arbeit aufgebürdet: Die meisten Ferienjobs dauern eine bis drei Wochen; Felix arbeitet hingegen ganze fünf Wochen in der Konfektionierung. «Hoffentlich wird die Arbeit mit der Zeit nicht eintönig», bangt er.

Denn es liegt in der Natur von Ferienjobs, nicht sehr abwechslungsreich zu sein. Das bestätigt auch Mischa Finger, Produktionsleiter der Konfektionierung. «Ein Ferienjob muss eine Tätigkeit sein, welche die Schüler auch ohne Ausbildung erledigen können.» Daher beschränkt sich ihre Arbeit auf das Verpacken von Produkten.

Ferienjob als Win-win-Angebot

Das Transportunternehmen Planzer in Villmergen bietet alljährlich Ferienjobs an - das hat beim Schweizer Unternehmen Tradition. «Jeden Sommer bieten wir zwölf Ferienjobs über neun Wochen hinweg an», so Finger.

Und diese seien meist schnell vergeben: Von den über 60 Bewerbungen dieses Jahr konnte das Unternehmen 42 annehmen. Auch Jäger war mit seinen Bewerbungen nicht immer erfolgreich: Zwei von vier Bewerbungen versandeten - «meine Chancen auf einen Job waren somit 50:50!», schmunzelt Jäger.

Mit dem Ferienjob-Angebot profitiert Planzer auch selbst. «Die Ferienjobs lohnen sich für uns finanziell - obwohl der Unterschied zu den Temporärarbeitern nicht gewaltig ausfällt», so Finger.

Zudem seien die Ferienjob-Arbeiter überdurchschnittlich fleissig: «Weil sie nur kurze Zeit arbeiten, ist ihre Motivation oft höher», vermutet der Produktionsleiter. Pro Sommer gebe es lediglich zwei oder drei Schüler, die arbeitsscheu seien.

Vier Monate voraus

Felix Jäger gehört jedenfalls nicht zu dieser Gruppe. Hoch konzentriert faltet er Schachteln, die eines Tages in den Filialen der Grosshändler landen werden. Die Arbeit sieht locker aus, wird mit der Zeit jedoch anstrengend.

«Von der Kanti bin ich mir Arbeitstage von neun Stunden nicht gewohnt», so Jäger. Er gibt freimütig zu, dass er sich die Arbeit weniger streng vorgestellt habe. «Da ich das Ende absehen kann, fällt mir die Arbeit jedoch wieder leichter.»

Nebenan verpacken Arbeiterinnen - männliche Mitarbeiter gibt es in dieser Abteilung fast keine - bereits Produkte, die dereinst unter dem Weihnachtsbaum liegen werden. In dieser Betonhalle scheint die Zeit schon einige Monate fortgeschritten zu sein.

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