«Die Terrorbedrohung mag bei uns kleiner sein als in anderen europäischen Städten – in Sicherheit wiegen dürfen wir uns aber nicht», stellte Sicherheitsdirektor Urs Hofmann an der diesjährigen Medienkonferenz klar.

Die Anschläge im Jahr 2015 hätten zur Folge, dass die Einsatzkräfte auch im Aargau mit einer erhöhten Aufmerksamkeit und einer sichtbaren Präsenz an neuralgischen Punkten wie in den Innenstädten oder den Aargauer Bahnhöfen zu sehen seien.

Polizeichef Michael Leupold präsentiert das neue Sturmgewehr der Aargauer Kantonspolizisten.

Polizeichef Michael Leupold präsentiert das neue Sturmgewehr der Aargauer Kantonspolizisten.

«Dazu gehört eine zielgerichtete Ausbildung und eine notwendige und sinnvolle Ausrüstung, die dieser Bedrohungslage Rechnung stellt», so Hofmann. Deshalb habe man ein neues Sturmgewehr und einen neuen Schutzhelm angeschafft.

Neue Waffen, angepasste Ausbildung und Organisation: Kapo-Kommandant Michael Leupold über Reaktion auf die Terror-Bedrohung.

Neue Waffen, angepasste Ausbildung und Organisation: Kapo-Kommandant Michael Leupold über Reaktion auf die Terror-Bedrohung.

Bei der Waffe handelt es sich konkret um eine «Stgw SIG 516, Kaliber .223 Remington». Das Gewehr besitzt das gleiche Kaliber wie die Standardwaffe der Schweizer Armee und ist relativ leicht und handlich.

Grössere Schussweite und höhere Durchschlagskraft

«Diese Ausrüstung ist eine direkte Folge der Pariser Anschläge», sagt der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold selber an der Medienkonferenz.

Auf Nachfrage der az erklärt Leupold, das Sturmgewehr habe eine grössere Schussweite und höhere Durchschlagskraft als die herkömmlichen Polizeiwaffen.

Mit einer «polizeilichen Spezialmunition» erreiche ein Schuss aus dem Sturmgewehr die Geschwindigkeit von 700 Metern pro Sekunde.

«Wir können und dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen»: Sicherheitsdirektor Urs Hofmann zur Terror-Bedrohung im Aargau.

«Wir können und dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen»: Sicherheitsdirektor Urs Hofmann zur Terror-Bedrohung im Aargau.

Nach den Pariser Attentaten im Januar 2015 habe man festgestellt, dass die Polizisten, die als Erste vor Ort waren, nichts ausrichten konnten, weil sie mit ihren Pistolen nicht gegen die schwer bewaffneten Terroristen ankamen.

«Es geht darum, dass wir gleiche lange Spiesse haben wie unsere Gegner», sagte Leupold. Wie viele Sturmgewehre die Aargauer Kantonspolizei nun explizit beschafft hat, wollte der Kommandant nicht verraten.

Neu ist es fester Ausrüstungsbestandteil auf ausgewählten Fahrzeugen der Mobilen Einsatzpolizei – gemeinsam mit einem Schutzhelm, einer schwereren Schutzweste und der bisherigen Maschinenpistole. (rio/sha)