Museum Aargau
Mit den Österreichern auf dem Habsburger Königsweg zum Weltreich

Das Museum Aargau ist um eine Attraktion reicher: den Habsburger Königsweg. Ab heute ist der neue Rundgang durch Burg und Ruine für das Publikum offen. Ein Hörspiel erzählt auf sechs Stationen die Geschichte der mächtigen Habsburger.

Urs Moser
Drucken
Teilen
Der österreichische Botschafter Jürgen Meindl (4.v.r.) und Staatsschreiber Peter Grünenfelder (rechts) mit den «Machern» des KönigswegsEmanuel Freudiger

Der österreichische Botschafter Jürgen Meindl (4.v.r.) und Staatsschreiber Peter Grünenfelder (rechts) mit den «Machern» des KönigswegsEmanuel Freudiger

Das Museum Aargau ist um eine Attraktion reicher: den Habsburger Königsweg. Ab heute ist der neue Rundgang durch Burg und Ruine für das Publikum offen. Auf der Audiotour wird an sechs Stationen dargestellt, wie die Habsburger mit ihrer Stammburg im Aargau den Grundstein für ein Weltreich legten, in dem sie länger herrschten als jede andere Dynastie in Europa.

Neues Geschichtsbild

Spätestens seit dem Gedenkjahr 2008, mit dem der Aargau an die erste urkundliche Erwähnung der Habsburg 1108 und die Gründung des Klosters Königsfelden 1308 erinnerte, herrscht ein differenzierter Umgang mit der Geschichte der Schweiz im Allgemeinen und des Aargaus im Besonderen unter habsburgischer Herrschaft.

Blick auf die Habsburg
9 Bilder
Der österreichische Botschafter Jürgen Meindl (4.v.r.) und Staatsschreiber Peter Grünenfelder (rechts) mit den «Machern» des Königswegs.
ORF hat den Dokfilm "Wo die Herzen ruhen - Auf den Spuren der Habsburger in der Schweiz" gedreht

Blick auf die Habsburg

Emanuel Freudiger

Die Habsburger sind nicht mehr einfach die bösen Feinde, welche die Eidgenossen unterdrückten. «Dieses Bild ist endgültig überholt», sagte Staatsschreiber Peter Grünenfelder bei der Einweihung des Königswegs.

Die Habsburger würden immer mehr als Teil der Schweizer Geschichte wahrgenommen – «nicht als Gegner, sondern als Mitspieler».

Die Verbundenheit mit der Schweiz und dem Aargau drückte Otto von Habsburg, der 2011 verstorbene, älteste Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich, mit folgendem Satz aus: «Wir Habsburger sind ja irgendwie Auslandschweizer.»

Unterstrichen wurde diese Verbundenheit gestern dadurch, dass zur Einweihung des Königswegs auf Schloss Habsburger der österreichische Botschafter Jürgen Meindl eigens von Bern angereist war.

Dank den Habsburgern hätten sein Land und der Aargau eine gemeinsame Vergangenheit, so Meindl. Und es sei erklärtes Ziel, die im Gedenkjahr 2008 intensivierten Kontakte weiter zu vertiefen.

Familiensaga als Hörspiel

Geschichtsinteressierte Gruppenreisende wissen, dass der Aargau viele bedeutende Kultur- und Baudenkmäler den Habsburgern verdankt. Man denke nur an das Kloster Muri, wo die Herzen des letzten österreichischen Kaiserpaars Karl und Zita bestattet sind.

Oder daran, dass im Laufenburger Gerichtssaal noch heute unter dem Doppeladler und im Angesicht von Kaiserin Maria Theresia Recht gesprochen wird.

Die Habsburg als Wiege der Dynastie erschliesst sich mit dem Königsweg nun auch dem Individualbesucher leichter, wie Thomas Pauli-Gabi, Direktor von Museum Aargau, zum Projekt erklärt.

An sechs Stationen auf der Ruine und in der Burg ertönen per Knopfdruck kleine Hörspiele. Die Inhalte basieren auf historischen Tatsachen, dem Besucher wird aber in szenischen Episoden vermittelt, wie die Frühhabsburger den Baustein zu Macht, Königswürde und einem weltumspannenden Reich legten.

Dazu gibt es Bild- und Texttafeln, die Auskunft über die Baugeschichte der einstigen Doppelburg geben. Angefangen natürlich bei der Legende, wie es überhaupt dazu kam, dass ausgerechnet hier auf dem Wülpelsberg das Stammhaus der Habsburger errichtet wurde: Graf Radbot soll hier um das Jahr 1020 auf einem Jagdausflug seinen verloren gegangenen Habicht wiedergefunden und darauf den Bau einer Burg ausgerufen haben.

Sie erhielt den Namen Havichsberch, Radbots Enkel Otto II. verkürzte dann die «Habichtburg» und nannte sich als Erster der Familie Graf von Habsburg.

Die Dramaturgie des Königswegs versinnbildlicht den Aufstieg des Geschlechts bis zur Krönung von Graf Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273, indem auch der Besucher von Station zu Station höher hinauf steigt. Die Audiotour ist während der Öffnungszeiten der Habsburg frei zugänglich.

Aktuelle Nachrichten