Sie hatten eines gemeinsam, die drei Männer, die sich am Donnerstagmorgen nacheinander vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten mussten: Alle hatten eine qualifizierte, grobe Verletzung der Verkehrsregeln begangen. Die höchste Strafe kassierte ein 30-jähriger Motorradfahrer. Das Gericht verurteilte ihn zu einer bedingten Haftstrafe von zwei Jahren bei einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von 4000 Franken. Der Mann hatte innert fünf Minuten Fahrt sämtliche Verkehrsregeln gebrochen: An einem Sommermorgen vor knapp zwei Jahren war er auf der Autobahn A2 in Richtung Luzern unterwegs. Auf der Höhe Strengelbach lieferte er ein gefährliches Manöver: Erst fuhr er zu nahe an das vorausfahrende Auto heran, dann überholte er zwei Fahrzeuge von rechts, ohne dabei zu blinken. Gleichzeitig beschleunigte er sein Motorrad auf 192 km/h, war also 72 km/h zu schnell unterwegs. Er verliess schliesslich die Autobahn und bretterte mit 173 km/h über die Hauptstrasse zwischen dem Brittnauer Grod und Pfaffnau, wo Tempo 80 gilt. Der Fahrer war ausserdem angetrunken: Ein Test ergab 0,42 Promille. Sein Motorrad wurde inzwischen verwertet. Der Erlös von rund 7400 Franken dient der Deckung der Verfahrenskosten.

Ein zweiter Motorradfahrer war angeklagt, weil er im Sommer mit 145 km/h über die Zofingerstrasse in Murgenthal gerast war. Er hatte die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit damit um 61 km/h überschritten, inklusive des Toleranzabzugs von 4 km/h. Der 44-jährige Lernfahrer trug weder seinen Lernfahrausweis mit sich noch hatte er vor der Fahrt die L-Tafel an seinem Motorrad angebracht. Das Gericht verurteilte ihn zu einer bedingten Haftstrafe von 12 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von 2000 Franken.

Mit 109 km/h durch Oftringen

Viel zu schnell gefahren war auch ein 22-Jähriger, der 2017 an einem Herbstabend auf der Äusseren Luzernerstrasse in Oftringen mit dem Auto unterwegs war. Er beschleunigte seinen BMW in der 50er-Zone auf 109 km/h. Der Mann erhält eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie eine Verbindungsbusse von 1500 Franken.

Das Gericht machte dann in allen drei Fällen kurzen Prozess – im wahrsten Sinn des Wortes: Die Verhandlungen dauerten nur jeweils 20 Minuten, da es sich um abgekürzte Verfahren handelte. Diese Möglichkeit gibt es seit 2011.

Vorwürfe nicht bestritten

Das abgekürzte Verfahren wurde damals gesamtschweizerisch eingeführt, um Ressourcen für andere Fälle zu sparen. Beschuldigte können es beantragen, wenn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe unter fünf Jahren liegt und sie die Vorwürfe nicht bestreiten, die gegen sie gerichtet sind. Die Beschuldigten wurden darum am Donnerstag nicht nochmals eingehend zur Sache befragt. Das Gericht befand nur darüber, ob die Höhe der Strafe angemessen ist.

Es stimmte schliesslich den Urteilsvorschlägen der Staatsanwaltschaft in allen Fällen zu. Hätte es einen Vorschlag abgelehnt, wäre in diesem Fall ein normales Verfahren eingeleitet worden.