Im 2010 flog in Zofingen ein 58-jähriger Berner Sozialtherapeut auf, der sich jahrelang an Dutzenden Kindern und Behinderten vergangen hatte. Nun steht er vor Gericht.

Wie haben die Aargauer Institutionen, die Behinderte betreuen und pflegen, auf die Vorfälle reagiert? «Wir haben die Konzepte überprüft, Korrekturen und Vorschläge angebracht. Die Konzepte sind angepasst», sagt Christine Hänggi, Leiterin der kantonalen Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten zum Regionaljournal Aargau Solothurn von SF DRS. Der Kanton hat die Aufsicht über die Heime und forderte diese auf, ihre Präventionskonzepte zu überarbeiten.

Jener Sozialtherapeut flog vor rund vier Jahren in der Behinderten-Wohngruppe der Stiftung Nische in Zofingen auf. Stiftungsratspräsident Ruedi Schärer ist überzeugt, dass man ihn auch dank der bestehenden Konzepte entdeckt habe.

Mittlerweile sei die Arbeit in den Heimen professioneller geworden. «Wir arbeiten aktiv mit Mitarbeitern und auch mit Patienten zu diesem Thema. Es geht um das Bewusstsein der Problematik und wie man im entsprechenden Fällen reagieren sollte», sagt er im Gespräch mit Radio SRF.

Änderungen gab es auch bei Bewerbungen: Früher hätten Referenzpersonen nicht auf jedes Detail hingewiesen, wenn sich ein Heim wegen eines Bewerbers meldete. Inzwischen erhalte man genauer Auskunft, und Arbeitszeugnisse würden einen klareren Eindruck vermitteln. Ermöglicht habe dies auch eine neue Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung. (pz)