Obergericht Bern

Missbräuche in der Stiftung Nische in Zofingen: Wird pädophiler Heimbetreuer Hansjörg S. verwahrt?

Wird Hansjörg S. verwahrt?

Über hundert teils behinderte Kinder hat der Heimbetreuer missbraucht. Das Berner Obergericht entscheidet heute, ob der pädophile Sozialarbeiter verwahrt wird.

Über 100 Kinder, zum Teil mit Behinderung, hat der Heimbetreuer Hansjörg S. missbraucht. Die Übergriffe hat er zum Teil gefilmt. Vor neun Jahren flogen die Verbrechen auf, damals arbeitete der pädophile Sozialarbeiter in der Stiftung Nische in Zofingen. Das Berner Obergericht beriet gestern über seine Verwahrung.

Markus D’Angelo vom Bewährungs- und Vollzugsdienst des Kantons Bern kämpft dafür, dass Hansjörg S. ein Leben lang hinter Gitter bleibt. Dies erklärt er gegenüber Tele M1: «Die öffentliche Sicherheit muss gewährleistet sein. Die Rückfallgefahr ist deutlich, so hat sich auch der Gutachter ausgedrückt.»

Irja Zuber, Rechtsanwältin von Procap Schweiz, dem grössten Verband für Menschen mit Behinderung, ist vom Ausmass des Falls schockiert. «Die betroffenen Kinder und Jugendlichen konnten sich scheinbar nicht äussern. Offenbar hat er sie genau deswegen ausgesucht. Das macht die Taten in meinen Augen besonders verwerflich.» Laut den Gutachtern ist Hansjörg S. untherapierbar und rückfallgefährdet. Deshalb haben die Berner Behörden einen Antrag auf ordentliche Verwahrung gestellt. Dies bereits vor Ablauf der Gefängnisstrafe. John Wyss, Rechtsanwalt des Täters, hat dafür kein Verständnis: «Es wäre jetzt noch nicht nötig, das ist Aktionismus. Man hätte auch noch das Ende der ordentlichen Massnahme im Jahr 2021 abwarten können.»

Das Gericht teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass es erst im Verlauf der nächsten Wochen entscheide, ob der 2014 zu 13 Jahren Freiheitsstrafe und einer stationären Massnahme verurteilte Hansjörg S. verwahrt werde.

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