Nationalbank

Millionensegen aus Bern für den Kanton Aargau – Defizit 2017 jetzt weg?

Bund und Kantone profitieren von Super-Geschäftsjahr der Nationalbank.

Bund und Kantone profitieren von Super-Geschäftsjahr der Nationalbank.

Der Aargau hatte mit 52,4 Millionen Gewinnausschüttung von der Nationalbank gerechnet, aber auf mehr gehofft. Jetzt dürften es gar 78,6 Millionen werden. Damit kann der Aargau fast das ganze Defizit 2017 zum Verschwinden bringen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre provisorischen Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 publiziert. Demnach kann sie an Bund und Kantone voraussichtlich nicht nur eine, sondern gar 1,5 Milliarden Franken Gewinn ausschütten. Der Aargau erhält davon 52,4 (Anteil von 1 Milliarde) plus voraussichtlich 26,2 Millionen Franken (Anteil aus der zusätzlichen halben Milliarde), zusammen also 78,6 Millionen Franken.

Was macht der Kanton damit? Mit einer regulären Gewinnausschüttung (52,4 Millionen Franken) hat er gerechnet. Diese Summe ist laut Peter Reimann, Leiter der kantonalen Finanzverwaltung, im Budget 2017 längst einkalkuliert. Nun resultierte aber in den Budgetberatungen des Grossen Rates (die Regierung hatte ein ausgeglichenes Budget vorgelegt) ein Defizit von 27,5 Millionen Franken.

SNB: Das sagt der Konjunkturexperte zum Riesengewinn

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Zürich - 09.01.2017 - Yngve Abrahamsen, Konjunkturexperte der ETH Zürich, erklärt im Interview, wie ein solcher Gewinn nach dem Verlustjahr 2015 zustande kommen kann und ob die hohe Bilanzsumme der SNB eine grosse Gefahr für Inflation darstellt.

So verschwidnet das Defizit 2017

Dieses brachte der Grosse Rat so zum Verschwinden: Aufgrund der guten Geschäftslage der SNB erwarteten die Grünen nämlich gar eine doppelte Gewinnausschüttung (also 2 Milliarden bzw. 104,8 Millionen für den Aargau). Sie wollten mit dem zusätzlichen Geld dieses Defizit gleich wieder verschwinden lassen. Die CVP ihrerseits wollte dafür Geld aus einem Kässeli nehmen, in dem der Kanton Staatsgarantie-Zahlungen der Aargauischen Kantonalbank (AKB) hütet. Auf Antrag der FDP «verheiratete» der Grosse Rat die beiden Vorschläge – und ging auf Nummer sicher.

AKB-Kässeli bleibt fast unberührt

Das bewährt sich: Mit den voraussichtlichen zusätzlichen 26,2 Millionen verschwindet das Defizit nämlich nicht ganz. Laut Reimann fehlen voraussichtlich immer noch rund 1,3 Millionen Franken. Die trägt das AKB-Kässeli des Kantons bei. Laut Rechnung 2015 ist dieses 74,6, nach der Entnahme noch 73,1 Millionen Franken «schwer».

Die Zahlen sind noch provisorisch. Die SNB wird ihren Geschäftsbericht und die definitiven Zahlen am 6. März publizieren. (MKU)

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