Gemäss der Millionärsinitiative der Juso sollen Personen mit einem steuerbaren Vermögen unter 475 000 Franken bis 15 Prozent entlastet, solche mit einem höheren Vermögen aber stärker belastet werden, nämlich um bis über 100 Prozent mehr. Unsere Tabelle zeigt, was dies in Franken ausmacht.

Wer ein steuerbares Vermögen zwischen 100'000 und 500'000 Franken ausweist, zahlt dafür heute schon wenig Vermögenssteuern, nämlich 230 bis 1442 Franken. Würde die Initiative angenommen, sinkt dieser Beitrag gar leicht. Ab einer halben Million Franken Vermögen allerdings steigt die Vermögenssteuer erst wenig, dann immer stärker an. Wer ein Vermögen von 5 Millionen Franken ausweist, dessen Vermögenssteuerbelastung verdoppelt sich fast von heute knapp 21'000 auf 40'000 Franken.

Quelle: Kanton Aargau

Wie trifft es Multimillionäre?

Deutlich mehr schenkt die Vermögenssteuer heute schon bei Vermögen ab 10 Millionen Franken ein. Hier ist laut Steuerstatistik die Rede von 475 Multimillionären im Aargau. Sie machen 0,15 Prozent (gesamtschweizerischer Durchschnitt 0,26 Prozent) aller Steuerpflichtigen in unserem Kanton aus und vereinigen 16 Prozent (gesamtschweizerischer Durchschnitt 29 Prozent) der hiesigen Reinvermögen auf sich. Wer ein steuerbares Vermögen von 10 Millionen Franken und einen Vermögensertrag von 1 Prozent und kein weiteres Einkommen hat (wie im Beispiel der Initianten im Abstimmungsbüchlein), zahlt heute inklusive Einkommenssteuer rund 55'000 Franken, mit der Initiative künftig knapp 100'000 Franken. Falls diese Person noch Kirchensteuern zahlt, sind es etwas mehr als 100'000 Franken.

Juso-Co-Präsident Sandro Covo: «Mein Vater wäre von der Millionärsinitiative auch betroffen»

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In der Sendung «TalkTäglich» von Tele M1 schenkten sich Juso-Co-Präsident Sandro Covo und der FDP-Nationalrat Thierry Burkart nichts – und sagten offen, wie sie persönlich von der Millionärsinitiative betroffen wären.

Je höher das Vermögen, desto mehr wirkt sich die Initiative in Franken natürlich aus. Unsere Tabelle zeigt die Ausgangslage und die gesamte Veränderung bis hinauf zu einem Vermögen von 5 Milliarden Franken. Wer etwa ein Vermögen von 250 Millionen Franken sein eigen nennt, zahlt heute 1,1 Millionen Franken Vermögenssteuern, mit der Initiative wären es neu 2,34 Millionen Franken, das wären also rund 1,2 Millionen Franken mehr.

Das sind die Reichsten

Die Zeitschrift «Bilanz» listet jährlich eine Liste der «300 Reichsten» in der Schweiz auf. Mehrere von ihnen weist sie dem Kanton Aargau zu. Das muss im Einzelfall aber keineswegs heissen, dass jeweils die ganze Familie im Aargau lebt. Die Familie Blocher beispielsweise ist in mehreren Kantonen tätig, mit Dottikon ES auch sehr erfolgreich im Aargau, hat den Wohnsitz aber nicht hier.

Für den Kanton Aargau meldet die «Bilanz» im neusten Ranking den Schweizer Unternehmer und Investor Claudio Cisullo sowie die Unternehmerfamilie Underberg (Spirituosen) mit einem geschätzten Vermögen von je 100 bis 150 Millionen Franken, dann dasjenige der Familie Barth (Getränke, Rivella) mit 150 bis 200 Millionen Franken. Die Unternehmerfamilie Müller (Anlagenbau) kommt laut «Bilanz» auf 250 bis 300 Millionen Franken, die Familie Spiesshofer und Braun (Triumph, Sloggi, Beldona) auf 450 bis 500 Millionen Franken. Den Wahlaargauer Ronald de Waal (Textilhandel, Immobilien) schätzt die «Bilanz» auf 1 bis 1,5 Milliarden Franken, die Familie Hayek (Uhren) auf 5 bis 6, die Familie Liebherr (Baumaschinen, Kühlschränke, Hotels, Unternehmenssitz in Bulle) gar auf 9 bis 10 Milliarden Franken.

Reiche im Aargau laut «Bilanz»: