Es ist heiss und es bleibt heiss. So heiss, dass das Bundesamt für Meteorologie für diese Woche für viele Landesteile eine Hitzewarnung der Stufe 3 herausgegeben hat. Gestern erhöhte es die Warnung in gewissen Gegenden sogar auf Stufe 4. Im Aargau gilt in den Regionen Rheinfelden und Frick-Leibstadt die höchste Gefahrenstufe. «Das ist sehr aussergewöhnlich, vor allem im Juni», sagt Stefan Scherrer, Meteorologe bei Meteonews. «Das letzte Mal wurde eine solch hohe Warnstufe im Juli 2015 ausgerufen.»

Die Hitze könne für viele Menschen zum Problem werden, speziell für Ältere. «Es ist wichtig, genug Wasser zu trinken und vor allem zwischen 16 und 18 Uhr – wenn es am heissesten ist – auf sportliche Aktivitäten zu verzichten», rät Scherrer. Weiter sollten unter keinen Umständen Kinder oder Tiere im abgeschlossenen Auto zurückgelassen werden, dies sei lebensgefährlich.

Es wird noch heisser

Während die Thermometer im Aargau am Montag im Durchschnitt etwas über 30 Grad Celsius anzeigten, erwartet Scherrer am Mittwoch und Donnerstag Temperaturen von bis zu 37°C. Vor allem in den tiefen Lagen im Kanton, dem Rhein entlang, werde es heiss. «Hier sind lokal bis 38 °C möglich.»

Eine solche Hitzewelle schon Ende Juni sei aussergewöhnlich. «Letztmals gab es dies im Rekordsommer 2003», sagt Scherrer. Am 23. Juni wurde an der Messstation Buchs/Aarau mit 35,8 °C der bisherige Temperaturrekord im Juni gemessen. Scherrer geht davon aus, dass dieser Rekord in den nächsten Tagen gebrochen wird. Möglich sei sogar, dass an der Messstation Buchs/Aarau eine neue Spitzentemperatur gemessen werde. Das wäre der Fall, wenn die Temperatur auf über 36,7 °C ansteigen würde. Dieser Wert wurde am 13. August 2003 gemessen.

5 Orte im Aargau, wo es trotz Hitze schön kühl bleibt

Eine der heissesten Juni-Wochen

Der Juni werde aber im Durchschnitt nicht heisser als jener 2003. «Damals war es schon früher im Monat heiss», sagt Scherrer. Die erste Hitzewelle gab es vom 10. bis zum 17. Juni. Nach einer kurzen, weniger heissen Phase stiegen die Temperaturen ab dem 22. Juni 2003 bis zum Monatsende wieder auf deutlich über 30 Grad. «Dieses Jahr kommt die Hitze nun erst in der letzten Juni-Woche.» Trotzdem ist der Meteorologe überzeugt, dass die laufende Woche eine der heissesten Juni-Wochen werden wird.

Auch in der Nacht kühlt es nicht wirklich ab. Vor allem in den Städten, wo sich die Hitze halte, und in leicht erhöhten Lagen könne es spätestens ab Mittwoch Tropennächte geben, so Scherrer. Von einer Tropennacht sprechen Meteorologen, wenn die Temperatur nicht unter 20 °C fällt.

Eine kleine Entspannung, also Temperaturen von unter 35 °C, erwartet Scherrer frühestens am Freitag oder Samstag. Wie es nächste Woche weitergehe, sei aktuell noch schwer abzuschätzen.