Aargauer Zukunft
«Menschen machen Zukunft» – der Aargauer Zehnjahresplan

Der Aargauer Regierungsrat hat am Mittwoch sein Entwicklungsleitbild für die Jahre 2013-2022 vorgestellt. Die Auslegeordnung steht unter dem Motto "Menschen machen Zukunft". Der Regierungsrat hält an seinem Kurs fest.

Urs Moser
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«Menschen machen Zukunft»: Regierungsrat startet mit neuem Motto in die Zukunft

«Menschen machen Zukunft»: Regierungsrat startet mit neuem Motto in die Zukunft

Alex Spichale

«Wir sind überzeugt, dass der Aargau vor allem deshalb so erfolgreich ist, weil hier die Menschen und ihre Innovationskraft im Zentrum stehen.» Dieses Credo stellt Landammann Alex Hürzeler über das neue Entwicklungsleitbild des Regierungsrats, deshalb trägt es den Titel «Menschen machen Zukunft».

An Megatrends orientiert

Das Entwicklungsleitbild ist kein Regierungsprogramm für ein Jahr oder eine Legislaturperiode, es gibt die Eckwerte einer Strategie für die nächsten zehn Jahre vor. Das hat den Nachteil, dass es wenig über konkrete politische Projekte aussagt und manchmal vielleicht etwas wolkig klingt.

Es hat den Vorteil, dass sich Regierung und Parlament in der aktuellen Politik auf eine Analyse langfristiger Entwicklungen und ihrer Relevanz für den Aargau abstützen können.

Megatrends, die die Politik massgeblich beeinflussen: Es ist weiterhin mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum und insbesondere mit einer Verdoppelung der über 65-jährigen Einwohner zu rechnen, jedoch nur mit einem moderaten Wachstum der Steuereinnahmen.

Das stellt den Kanton vor grosse Herausforderungen, denn es heisst auch: Zunehmende Ansprüche an Verkehrs- und Energieinfrastruktur, Bildungs- und Sozialwesen bei ungewisser Entwicklung der Ressourcen. Daraus resultieren dann Handlungsmaximen wie «Sicherstellung der staatlichen Grundversorgung durch Fokussierung».

Standortvorteile pflegen

Das heisst nun aber nicht, dass man pessimistisch in die Zukunft blicken würde. Im Gegenteil: Der Aargau sei mit überdurchschnittlich guten Rahmenbedingungen für die Zukunft gewappnet, so Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann.

Es gilt aber, die Standortvorteile weiter zu pflegen und zu stärken. Das heisst zum Beispiel: Die Standortförderung fokussiert sich auf die Neuansiedlung von wertschöpfungsintensiven Unternehmen und bemüht ich um die Ansiedlung von Hochschulinstituten mit Bezug zu Wachstumsbranchen.

Die Bildungspolitik strebt eine Steigerung der Abschlüsse auf der Tertiärstufe an, in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sollen Aargauer Schulen und Schüler eine Spitzenposition einnehmen.

Eine Steigerung der Attraktivität des naturwissenschaftlichen Unterrichts auf allen Stufen soll dem Fachkräftemangel im Bereich der MINT-Berufe entgegenwirken (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Wachstum in geordneten Bahnen

Neben der demografischen Entwicklung mit einer Zunahme der Bevölkerung im Pensionsalter und einer Zunahme der Vielfalt an Kulturen und Wertvorstellungen stellt vor allem die Raumplanung eine Knacknuss dar.

Das Entwicklungsleitbild postuliert ein «qualitatives Wachstum in geordneten Bahnen».

Das heisst zum Beispiel: Zum Schutz naturnaher Landschaften und Lebensräume will der Regierungsrat Anreize zur dichteren Nutzung in den Agglomerationsräumen und den bestehenden Bauzonen im ländlichen Raum schaffen und damit die weitere Zersiedelung eindämmen.

Die Städte Aarau und Baden sollen sich nach dem Willen des Regierungsrat weiter zu urbanen Zentren mit «wachsender nationaler Ausstrahlung» entwickeln.