Wegen der andauernden Trockenheit sind in der Schweiz bereits mehrere Waldbrände ausgebrochen. In Graubünden gerieten am Montagmittag aus noch ungeklärten Gründen rund 1600 Quadratmeter Wald in Brand. Auch Teile des Berner Bremgartenwalds standen in der Nacht auf Dienstag in Flammen – laut Polizei aufgrund menschlichen Fehlverhaltens. Im nahen Basel-Landschaft brannte am Wochenende ein Waldstück in einem beliebten Ausflugsgebiet. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Feuersbrunst auch den Aargau erreicht? 

"Kleine Feuer können nicht ganz ausgeschlossen werden", heisst es beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), das das Waldbrandrisiko im Aargau als «gering» einstuft (Stand 12.04.17). Das bedeutet konkret, keine Massnahmen treten in Kraft.

Als Hinweis schreibt das Bafu lediglich, die Aargauer sollten "Zigaretten, Raucherwaren und Feuerzeuge nicht sorglos wegwerfen." In der restlichen Schweiz schrillen derweil die Alarmglocken. Die Kantone Tessin und Graubünden erliessen ein absolutes Feuerverbot im Freien.

Am Dienstag erhöhte auch der Kanton Bern die Gefahrenstufe in Teilen des Kantons – von «mässig» auf «erheblich». In den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt (Gefahrenstufe «erheblich») mahnt das Bafu zum sorgfältigen Umgang mit Feuer im Freien, vor allem im Wald oder in Waldesnähe.

Ist der Schattenkanton ungefährdet?

Dass der Kanton Aargau bisher von Bränden verschont geblieben ist, hat laut Ruedi Bättig, Waldschutzbeauftragter des Kantons Aargau, folgende Gründe: "Der Aargau hat keine Föhntäler und weniger Südhänge." Föhntäler wie in Graubünden, im Tessin und im Wallis sind aufgrund starker Winde besonders gefährdet, heisst es auf dem Naturgefahrenportal des Bundes. Sie würden Bäume, Sträucher und den Waldboden austrocknen. Ein Risiko bergen auch Südhänge, da sie dank starkem Sonneneinfall jeweils besonders trocken sind. Heisst das, dass die Aargauer nichts zu befürchten haben?

"Es ist tatsächlich trockener als auch schon im Frühling", sagt Bättig. Allerdings sei im Boden noch ausreichend Wasser gespeichert, da die Bäume erst am Austreiben sind. Auch fürs Osterwochenende befürchte er nichts: "Da fürs Wochenende kühlere Temperaturen und lokale Regengüsse erwartet werden, ist die Brandgefahr im Aargau nicht akut."

Gefahrenstufe wird am Dienstag erhöht

Dennoch ist zu erwarten, dass es die Leute am verlängerten Wochenende in den Wald zum Bräteln zieht. Zwar erhöhe das Feuern im Freien auch hierzulande das Risiko für einen Brand, erwidert Bättig. Die Menschen mit zusätzlichen Verhaltensregeln "entmündigen" will er aber nachdrücklich nicht: "Wir gehen davon aus, dass die Leute besser aufpassen, wenn es trocken ist."

Unvorsichtigkeit will man sich beim Amt aber trotzdem nicht nachsagen lassen. "In Absprache mit den Förstern des Kantons wird die Gefahrenstufe frühestens am Dienstag nach Ostern auf Stufe «mässig» erhöht", sagt Bättig.

Auch Thomas Strebel, Kommandant der Stützpunkt-Feuerwehr Muri+, sieht momentan keinen Anlass zur Beunruhigung. Dennoch bittet er die Leute, das Feuer im Wald jeweils abzugrenzen und nur bei vorgesehenen Feuerstellen zu bräteln.

Ob die zeitweisen Regenschauer am Osterwochenende die Gefahr eindämmen können? "Zwischen 20 und 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter bräuchte es, um das Risiko für einen Waldbrand ganz zu entschärfen." Auf Anfrage bei Meteo Schweiz ist eine solche Menge am Wochenende nicht zu erwarten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag erreichen die Niederschlagswerte ihren Höchststand – bei 2 bis 5 Liter Regen pro Quadratmeter.