Bahnausbau 2035
Mehr Viertelstundentakte im Aargau: Warum Attiger, Burkart und Wermuth trotzdem nicht zufrieden sind

Nebst der Regiostrecke Brugg–Baden–Zürich sind im Aargau neu weitere Viertelstundentakte geplant. Dafür werden jedoch die Forderung nach drei neuen Haltestellen im Fricktal und im Unteren Aaretal nicht erfüllt. Im Departement Attiger schwankt die Gemütslage zwischen enttäuscht und sehr erfreut.

Mathias Küng
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Der Bahnhof Aarau.

Der Bahnhof Aarau.

Annika Buetschi / AZ

Gegenüber der Vernehmlassung sei die Bahnvorlage stark verbessert, schreibt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) von Verkehrsdirektor Stephan Attiger zu den Beschlüssen des Bundesrates.

Insbesondere habe dieser auf der West-Ost-Achse wichtige Angebotsverbesserungen im Fernverkehr aufgenommen. Dennoch nimmt man «enttäuscht zur Kenntnis, dass wichtige Taktverdichtungen und neue Haltestellen der S-Bahn nicht berücksichtigt wurden». Bei den Direktverbindungen soll noch nach Optimierungen gesucht werden.

Der Regierungsrat hatte in der Vernehmlassung stark kritisiert, dass im Ausbauschritt 2035 auf eine Neubaustrecke zwischen Aarau und Zürich verzichtet wird, obwohl der Bund das Projekt gesamtschweizerisch als eines der Besten bewertet hat. Die Kapazität des Bahnnetzes im Mittelland lediglich mit Fahrplananpassungen zu steigern, könne man nur als Übergangslösungakzeptieren, hiess es damals. Zudem könne die sogenannte Systematisierung nur mit weiteren Angebotsausbauten umgesetzt werden.

Im Departement Attiger ist man sehr erfreut, «dass der Bund diese Forderungen nun mehrheitlich erfüllt». Noch unklar sei, wie die Direktverbindung von Aarau in die Westschweiz künftig sichergestellt wird. Das BVU kritisiert, ohne Neubaustrecke Aarau-Zürich werde das Netz bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet. Ausserdem mache der Bund zu wenig verbindliche Aussagen, wie die Neubaustrecke finanziert und realisiert werden könnte.

Nur mit diesem Ausbau könne langfristig ein zuverlässiges, pünktliches Bahnangebot im Mittelland garantiert und alle gewünschten, umsteigefreien Verbindungen angeboten werden, so das Bau- und Verkehrsdepartement. Ob die weitere Forderung nach Aufrechterhaltung von Direktverbindungen erfüllt wird, lasse sich aufgrund der vorliegenden Botschaft noch nicht beantworten, sagt Hans Ruedi Rihs, Leiter Sektion öffentlicher Verkehr im BVU.

Das sagen nationale Verkehrspolitiker

«Unsere Petition ist jetzt erst recht nötig»

Die Nationalräte Thierry Burkart (FDP) und Cédric Wermuth (SP) setzen sich in einem überparteilichen Komitee für eine Verbesserung des Bahnausbauschrittes 2035 ein. Burkart nimmt die jetzt erreichten Verbesserungen wie Viertelstundentakte zur Kenntnis, ist insgesamt aber enttäuscht: «Die Botschaft des Bundesrates zeigt, dass ich auch in der Verkehrskommission weiter kämpfen muss. Dabei wird uns helfen, wenn möglichst viele unsere Petition Bahnanschluss Mittelland unterschreiben. Die ist jetzt erst recht nötig.»

Das unterstreicht auch Cédric Wermuth in einer ersten Einschätzung. Immerhin hätten die Proteste gegen die Pläne des Bundesrates schon etwas genützt. Am Ruf nach der Neubaustrecke hält er fest: «Es gilt zu verhindern, dass der Aargau abgehängt wird. Jetzt beginnt der Kampf im Parlament.» (MKU)

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