Lehrermangel

Mehr Studienanfänger – der Aargau sucht aber noch immer 176 Lehrer

(Symbolbild)

Der Aargau sucht noch 176 Lehrer.

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Die Zahl der Studienanfänger hat sich verdoppelt. Und es melden sich viele Quereinsteiger. Doch es braucht weitere Massnahmen. Denn der Stellenmarkt insbesondere für Kindergarten- und Heilpädagogische Lehrpersonen ist derzeit angespannt.

Seit Jahren stellt sich vor den Sommerferien die spannende Frage, ob es gelingt, bis zum Schulbeginn nach den Ferien alle Lehrerstellen zu besetzen. Oh Wunder, bisher ist es jeweils gelungen.

Derzeit ist der Stellenmarkt insbesondere für Kindergarten- und Heilpädagogische Lehrpersonen angespannt. Im Aargau sind derzeit noch 176 Stellen ausgeschrieben. Umgerechnet sind das knapp 90 Vollzeitstellen.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren um diese Zeit noch knapp 30 Stellen mehr unbesetzt. Mit 42 laufen derzeit am meisten Stelleninserate im Kindergartenbereich, 40 auf der Primar- und 28 auf der Sekundarstufe I. In 66 Inseraten wird nach Leuten im Heilpädagogikbereich, für Schulleitung usw. gesucht.

Christian Aeberli, Leiter Abteilung Volksschule im kantonalen Bildungsdepartement und Vorsitzender des Geschäftsleitungsausschusses des Bildungsraums Nordwestschweiz (BRNW), bestätigt:

«Wir haben weiterhin eine strukturelle Lehrpersonenknappheit. Dies, weil mehr Lehrpersonen aus dem System aus- als eintreten. Das wird uns in den nächsten Jahren sehr stark beschäftigen.»

Bisher klappte es jeweils

Um mindestens mal auf Anfang des nächsten Schuljahrs ausgerüstet zu sein, werden wieder Inserate in Deutschland und Österreich geschaltet.

Parallel dazu wird versucht, Pensionsberechtigte zum Weitermachen zu motivieren, und Teilpenseninhaber(-innen) zum Aufstocken zu bewegen.

Und in der Nordwestschweiz werden weiterhin «spätberufene» Quereinsteiger gesucht und ausgebildet.

Aeberli: «Erstaunlicherweise hat es in den letzten Jahren – vermutlich dank all diesen Ansätzen – jeweils gereicht.»

Dieses Jahr ist man im Aargau recht optimistisch, weil weniger Stellen noch offen sind als im Vorjahr zur gleichen Zeit.

Doppelt so viele Studierende

Der Bildungsraum kann insofern einen Erfolg melden, als sich diesen Mai doppelt so viele Studierende für die Vorschul-/Primarstufe angemeldet haben wie vor drei Jahren.

Gut läuft laut Mitteilung auch die Ausbildung von erfahrenen Berufspersonen als Lehrer-Quereinsteiger.

260 beginnen diese Ausbildung im Herbst. Am meisten Quereinsteiger unterrichten bereits im Aargau. Denn bereits während des Studiums erfolgt der Einstieg ins neue Berufsleben.

Diesen Sommer werden rund 90 Personen des ersten Jahrgangs ihr Studium abschliessen. Die Abbruchquote ist verschwindend gering. Die Lehrberechtigung der Quereinsteiger gilt in den Kantonen AG, BL, BS, SO, ZH und BE.

Angewiesen auf Bez-Lehrer

Nächstes und übernächstes Jahr geht es aber wieder voll los mit der Lehrpersonensuche. Einerseits, weil die Schülerzahl zunimmt.

Anderseits, weil der Aargau dann vom 5/4- aufs 6/3-System umstellt und deswegen ein Fünftel mehr Primarlehrpersonen benötigt.

Umgekehrt braucht es dann deutlich weniger Bez-Lehrer. Aeberli: «Wir sind darauf angewiesen, dass ab nächstem Jahr auch Lehrpersonen aus der Ober- in die Primarstufe wechseln, zumal ihnen der Besitzstand garantiert wird.»

Für diese gibt es Ausbildungsangebote, weil sie ja künftig nicht mehr ein oder zwei Fächer unterrichten, sondern als Generalisten tätig sein werden.

Hier harzt es in Aeberlis Einschätzung am meisten, weil viele Bez-Lehrpersonen hoffen, weiterhin in der Oberstufe unterrichten zu können und wohl erst im letzten Moment wechseln, sich in einem Nachbarkanton umsehen oder dann in ein Gymnasium wechseln.

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