Offroader sind in unseren Strassen immer präsenter. Jetzt verlangen die Grünen in einer Motion, Autos mit einer Breite über 1,80 Meter (ohne Rückspiegel gemessen) stärker zu besteuern. Und zwar je breiter, desto stärker. Motorfahrzeuge, die von der Verkehrsteuer befreit sind und hauptsächlich landwirtschaftlich und gewerblich genutzt werden, sollen aber verschont werden.

Überbreite «Chärre» nervten ihn schon ewig, sagte Daniel Hölzle, Präsident der Grünen Aargau, beim Einreichen des Vorstosses zur AZ: «Das extreme Wetter Anfang August hat gezeigt, was uns in Zukunft klimatechnisch erwartet. Bei den Leuten ist das aber anscheinend noch nicht angekommen. Die Verkaufszahlen von Geländewagen mit hohem Verbrauch steigen weiter.» Es gebe immer mehr «sehr breite Geländewagen, die dann erstaunlicherweise nie das Gelände sehen, aber mit ihrer Breite ein Problem auf der Strasse werden», monieren die Grünen. So gebe es bereits Forderungen nach breiteren Strassen und Parkplätzen. Breitere Fahrzeuge seien aber schwerer und benötigten mehr Energie, kritisieren sie mit Blick auf das Klima. Sie wollen «diesen unsinnigen Trend stoppen».

«Rat will keine Ökologisierung»

Die Regierung empfiehlt jetzt den Vorstoss zur Ablehnung. Fahrzeuge, die breiter als 1,8 Meter sind und nicht hauptsächlich landwirtschaftlich und gewerblich genutzt werden, hätten keinen direkten Einfluss auf die Fahrbahnbreite, schreibt sie. Zudem seien nebst Geländewagen zahlreiche weitere Personenwagen über 1,8 Meter breit (ohne Spiegel), zum Beispiel Audi A4, BMW 3er, Fiat Doblò, Ford Focus, Hyundai IONIQ, Mazda 6, Mini Clubman, Opel Zafira, Renault Mégane, Skoda Octavia Combi, Tesla Model S, Toyota Prius+ und VW Touran. Die Fahrzeugbreite werde aber nicht systematisch erfasst. Man müsste dafür das Erfassungssystem ergänzen. Zudem habe der Grosse Rat unlängst zwei parlamentarische Vorstösse abgelehnt, die eine Ökologisierung der Motorfahrzeugsteuer zum Thema hatten. Daraus schliesst die Regierung, «dass der Grosse Rat nicht wünscht, dass das Thema der Ökologisierung jetzt weiter bearbeitet wird».

Die Motorfahrzeugabgabe wird heute leistungsabhängig (Steuer-PS beziehungsweise Hubraum) bemessen. Somit sei schon ein ökologischer Aspekt berücksichtigt, argumentiert die Regierung. Es sei «nicht sinnvoll, darüber hinaus die Fahrzeugbreite als Bemessungskriterium festzulegen». Das letzte Wort zum Vorstoss hat jetzt der Grosse Rat.