Kommentar

Mehr Lohn an Aargauer Volksschulen: Gut angelegtes Geld gegen den Lehrermangel

Wer an einer Aargauer Volksschule unterrichtet, soll in Zukunft mehr Lohn erhalten. Die Lohnkosten sollen um 70 Millionen Franken angehoben werden. Im neuen Lohnsystem wird Berufserfahrung besser honoriert, Quereinsteiger werden zurückgestuft.

Es ist ein jährlich wiederkehrendes Phänomen: Immer im Frühsommer schlagen Schulleiter Alarm, weil Dutzende von Lehrerstellen im Kanton nicht besetzt sind. An der Medienkonferenz zu Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien folgt die Entwarnung. Bildungsdirektor Alex Hürzeler verkündet dann jeweils, dass für sämtliche Schulen Lösungen gefunden worden seien.

Doch der Lehrermangel existiert tatsächlich, die Lösungen sind an manchen Schulen im Kanton unbefriedigend: Da müssen Klassen zusammengelegt, Fächer gestrichen oder Lehrpersonen angestellt werden, die nicht die notwendigen Qualifikationen mitbringen. Ein Grund für die grossen Probleme bei der Besetzung freier Stellen: Lehrerinnen und Lehrer verdienen im Aargau deutlich weniger als in den Nachbarkantonen.

Nun will der Regierungsrat die Lehrerlöhne anheben, insgesamt würde dies den Kanton pro Jahr rund 70 Millionen Franken kosten. Damit würde das Lohnbudget für Lehrpersonen um fast 8 Prozent wachsen. Das ist eine beträchtliche Summe und eine markante Erhöhung, die im Grossen Rat heftige Debatten auslösen dürfte.

Doch es bringt nichts, über den Lehrermangel zu jammern: Wer ihn beheben will, muss bereit sein, den Beruf attraktiver zu machen. Einer der Faktoren dabei ist der Lohn, also braucht es mehr finanzielle Mittel, wenn der Aargau mehr gute Lehrer in den Schulen will. Das ist auch mehrheitsfähig: Bei sämtlichen Sparpaketen der letzten Jahre hat die Bevölkerung Kürzungen bei der Bildung abgelehnt.

fabian.haegler@chmedia.ch

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