Die Schinznacher Oper Schenkenberg war mit ihrer letztjährigen Freilichtinszenierung von Giuseppe Verdis «Il Trovatore» im Gartencenter Zulauf in finanzielle Schieflage geraten. Aber jetzt greift ihr der Kanton Aargau mit einer aufgestockten Defizitgarantie unter die Arme: Damit gibt es eine schwarze Null.

Anstelle von 50 000 Franken gibt es laut einem Bericht von SRF-Regionaljournal Aargau-Solothurn satte 88 000 Franken. Der Aargauer Kulturchef Thomas Pauli begründet den Schritt so: «Wir haben den Betrag im Interesse einer Gesamtlösung aufgestockt.» Alle hätten sich zusammengerauft: Gläubiger genauso wie etwa Sponsoren; es habe jedoch auch Lohnabstriche gegeben.

Wie steht der Kanton Aargau zu einer dritten, für 2016 geplanten Inszenierung der Oper Schenkenberg – notabene nicht mehr im angestammten Schinznach, sondern an einem noch nicht bekannten Ort? Eine Neuauflage macht laut Pauli «kulturpolitisch Sinn, aber dann muss es auch auf der Zahlenseite stimmen. Eine allfällige nächste Produktion darf nicht mehr so viel kosten».

Der Kulturchef geht bei einer dritten Ausgabe davon aus, dass diese «deutlich redimensioniert ist. Dann wird der Regierungsrat entscheiden, wie hoch der Beitrag sein wird.» Konkret: Ein Budget von vier Millionen Franken – wie für den «Trovatore» im vergangenen Jahr – wird der Kanton Aargau wohl nicht mehr schlucken.

«Kulturelles Highlight 2013»

Obwohl der Kanton die Absicht hat, künftig genauer hinzuschauen, ist die jetzige, aufgestockte Defizitgarantie gleichwohl ein «Bekenntnis zur Oper Schenkenberg». Der «Trovatore», unterstreicht Pauli, sei 2013 ein «kulturelles Highlight» gewesen.

Was sagt Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg und Sänger des Manrico, zum Goodwill des Kantons Aargau? Bernhard weilt derzeit in den Ferien. Seine kurze Antwort am Telefon: «Zu Zahlen will ich mich nicht äussern.»