Neue Asylquoten
Mehr Flüchtlinge für Aargauer Gemeinden mit wenigen Ausländern

Der Kanton will nächste Woche darüber informieren, wie viele Flüchtlinge die einzelnen Aargauer Gemeinden aufnehmen müssen. Die Asylquote wird neu berechnet.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen

Heute muss jede Gemeinde im Aargau aufgrund ihrer Einwohnerzahl einen gewissen Anteil der Asylbewerber aufnehmen, welche dem Kanton vom Bund zugeteilt werden. Für jeden fehlenden Platz wird eine Ersatzabgabe von 10 Franken pro Tag an den Kanton fällig. Ab dem kommenden Jahr wird es für die Gemeinde deutlich teurer, sich von der Aufnahmepflicht freizukaufen. Am 1. Januar 2016 tritt die neue Sozialhilfe- und Präventionsverordnung in Kraft, und diese legt eine Tagespauschale von 110 Franken fest.

Wie viele Plätze sie künftig zur Verfügung stellen müssen, wissen die einzelnen Gemeinden aber noch nicht. «Sie erhalten voraussichtlich in der nächsten Woche eine Liste, welche die aktuelle Regelung mit Stichtag 30. 9. 2015 enthält und die provisorische Berechnung mit der ab 1.1.16 geltenden Regelung», sagt Cornelia Breitschmid, Leiterin des kantonalen Sozialdienstes.

Schweizer Bevölkerung als Basis

Neu wird die Aufnahmequote nicht mehr aufgrund der gesamten Einwohnerzahl einer Gemeinde, sondern auf Basis der Schweizer Wohnbevölkerung berechnet. Gemeinden, die einen hohen Ausländeranteil aufweisen, werden damit tendenziell weniger Asylbewerber aufnehmen müssen, Gemeinden mit wenigen Ausländern werden künftig hingegen mehr Flüchtlinge zugeteilt.

Um zu verhindern, dass mit Inkrafttreten der Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen per 1. Januar 2016 Asylbewerber umplatziert werden müssen, wendet der Kanton eine Übergangsregelung an. Diese sieht vor, dass die per Ende Jahr in einer Gemeinde untergebrachten Personen vorerst dort bleiben und der Gemeinde an die Aufnahmequote angerechnet werden. Befristet ist diese Regelung laut Cornelia Breitschmid nicht – doch ab wann gelten denn die neuen Aufnahmequoten? «Das wird sich im Laufe der Zeit einpegeln», sagt die Sozialdienst-Leiterin.

Neben den Aufnahmeregeln enthält das Sozialhilfe- und Präventionsgesetz weitere Neuerungen. So setzt der Kanton auf ein zentrales Unterbringungskonzept und verfolgt die Schaffung von regional ausgewogen verteilten Grossunterkünften. Wo diese zu stehen kommen, ist offen, derzeit werden Betriebskonzepte ausgearbeitet. Die Konzepte sollen Betreuung, Beschäftigung und Sicherheit in den Grossunterkünften regeln. Momentan läuft beim Kanton ein entsprechendes Vorprojekt.