Verkehrsplanung

Mega-Projekte: So geht es mit der Limmattalbahn und dem Verkehrskonzept Ostaargau weiter

Hochbrücke vor der Altstadt von Baden, 4. Januar 2019.

Die künftige Nutzung der Hochbrücke in Baden ist noch umstritten.

Hochbrücke vor der Altstadt von Baden, 4. Januar 2019.

Die Weiterführung der Limmattalbahn von Killwangen bis Baden wird vorangetrieben. In Baden müssen noch Abklärungen zur Umnutzung der Hochbrücke und eine Lösung für das Siggenthal gefunden werden. Die Massnahmen im Raum Brugg-Windisch werden dagegen noch dieses Jahr festgesetzt.

Worum geht es bei den Projekten?

Die Limmattalbahn ist ein zentraler Baustein für die Bewältigung der zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse im Korridor Killwangen-Neuenhof-Wettingen-Baden, wie der Regierungsrat in einer Medienmitteilung schreibt. Ein Grossteil der Planungen kann nach den ersten Anhörungen vorangetrieben werden. Die erste Etappe von Zürich Altstetten bis Killwangen befindet sich bereits im Bau, die Inbetriebnahme bis Killwangen ist für Dezember 2022 geplant. Allerdings gibt es auch noch Punkte in denen nachgebessert werden muss:

  • Bei der Streckenführung in Wettingen
  • der Nutzung der Hochbrücke in Baden
  • und der Verkehrsbelastung in Siggenthal.

Die Regionalplanungsverbände Baden Regio und Zurzibiet Regio, alle betroffenen Gemeinden der neuen Tramstrecke sowie die meisten Verbände stimmten der Weiterführung der Limmattalbahn zu, so der Regierungsrat. Eine breite Zustimmung habe auch die konkret vorgeschlagene Linienführung erhalten.

Wettingen: neue Haltestelle und zwei Streckenvarianten

Bei der Bevölkerung gibt es allerdings auch ernst zu nehmende Vorbehalte. In zwei Sammelstellungnahmen sehen rund 700 Einwohner vor allem aus Neuenhof und Wettingen Vorteile in einem Ausbau des Bussystems mit flexiblen Linienführungen. Sie wehren sich gegen Beeinträchtigungen von Freiraum und Ortsbild sowie Einschränkungen des Gewerbes entlang dem Trassee sowie gegen die Beanspruchung von Landwirtschaftsflächen im Tägerhard.

Daher wurden nun in Wettingen Ost (Unteri Geisswis) zwei zusätzliche Varianten für die Linienführung der Tramstrecke zwischen Tägerhard- und Landstrasse aufgenommen. Diese sollen nun genauer untersucht und mit den kantonalen Interessen sowie den Vorbehalten aus der Bevölkerung abgewogen werden.

Varianten im Abschnitt zwischen Tägerhard- und Landstrasse: a) westlich Lugibach, b) östlich Lugibach, c) in Tägerhard-/Landstrasse

Varianten im Abschnitt zwischen Tägerhard- und Landstrasse: a) westlich Lugibach, b) östlich Lugibach, c) in Tägerhard-/Landstrasse

Zudem soll die neue SBB-Haltestelle Wettingen Tägerhard S-Bahn, Bus und Limmattalbahn miteinander verknüpfen und den geplanten Wohnschwerpunkt Tägerhard-Ost optimal an den öV anbinden. Im Osten von Spreitenbach soll eine zukünftige Haltestelle der Limmattalbahn langfristig eine dichte, urbane Wohn- und Gewerbenutzung ermöglichen. Diese Haltestellen werden aufgrund der weitestgehend positiven Stellungnahmen gleichzeitig mit der neuen Tramstrecke von Killwangen über Neuenhof, Wettingen bis nach Baden als Zwischenergebnis in den Richtplan aufgenommen.

Baden: Nutzung der Hochbrücke umstritten

Eine enge inhaltliche Verknüpfung besteht laut Regierungsrat zwischen der Weiterführung der Limmattalbahn bis Baden und dem regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (rGVK OASE) mit den Massnahmen in den Räumen Baden-Wettingen und Brugg-Windisch. Diese liefen zwar in zwei separaten Planungsverfahren, wurden aber in enger Abstimmung erarbeitet und waren Ende 2019 gleichzeitig in der öffentlichen Anhörung.

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Während die Weiterführung der Limmattalbahn grösstenteils auf breite Zustimmung stösst, bestehen zum regionalen Gesamtverkehrskonzept im Raum Baden Vorbehalte. Bei der Limmattalbahn als auch zum rGVK OASE gibt es Widerstände gegen die Umnutzung der Badener Hochbrücke, die gemäss bisherigem Konzept für den motorisierten Individualverkehr (MIV) vollständig gesperrt und für die Limmattalbahn sowie den Fuss- und Veloverkehr reserviert werden sollte.

Siggenthal: Verkehrsentlastung gefordert

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt nimmt die Stellungnahmen aus den Anhörungen in mehreren Punkten auf. Bis zur Festsetzung der Limmattalbahn sind allerdings noch weitere Vertiefungen nötig und es ist zu klären, ob und mit welchen Massnahmen ein Mischbetrieb Tram/MIV/Velo im Abschnitt Hochbrücke – Schulhausplatz Baden möglich ist. Vertiefte Abklärungen zum Mischbetrieb sind auch in den Zentrumsabschnitten von Neuenhof und Wettingen zu machen, hält der Regierungsrat fest.

Die kritische Haltung zur hohen und prognostizierten Verkehrsbelastung im Raum Siggenthal im Rahmen des rGVK OASE Raum Baden zeigte sich in der Anhörung mit klaren Aussagen einzelner Gemeinden, Parteien und vielen Voten von Siggenthaler Einzelpersonen. Für das Siggenthal wird vor allem eine bessere Verkehrsentlastung gefordert. 

Wie geht es nun weiter mit dem Verkehrskonzept OASE?

Die Rückmeldungen aus der öffentlichen Anhörung zum rGVK OASE im Raum Brugg-Windisch waren grösstenteils positiv. Das rGVK OASE soll dort deshalb mit der Zentrumsentlastung und den Velomassnahmen wie geplant festgesetzt werden. Auch hier gab es diverse konkrete Verbesserungsanträge wie zum Beispiel die gewünschte Tunnelverlängerung in Richtung Südwestumfahrung Brugg. Eine Tunnelverlängerung soll in weiteren Variantenstudien geprüft werden.

Im Raum Baden wird aufgrund der Vorbehalte zur Umnutzung der Hochbrücke und der Situation im Siggenthal auf die bisher geplante Festsetzung vorerst verzichtet und die Elemente auf der Richtplanstufe Zwischenergebnis belassen. Die Velomassnahmen, die bisher nicht im Richtplan eingetragen waren, werden wegen der vielen positiven Rückmeldungen neu ebenfalls auf Stufe Zwischenergebnis angehoben. Ab 2021 sollen das rGVK OASE Raum Baden inklusive Lösungssuche fürs Siggenthal und in enger Abstimmung mit der Limmattalbahn in Richtung Festsetzung weiterentwickelt werden.

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