Keine Gemeinde im Limmattal verändert ihr Äusseres in den kommenden Jahren so stark wie Spreitenbach. Kaum ist die Baubewilligung für die Grossüberbauung Sandäcker erfolgt, präsentiert der Gemeinderat gemeinsam mit dem Investor im Rahmen der Zentrumsentwicklung das nächste Megaprojekt: den Entwicklungsrichtplan Neumatt.

Dieser zeigt, wie das künftige Zentrum von Spreitenbach auf dem Areal beim Shoppingcenter dereinst aussehen soll. Der «Credit Suisse Real Estate Fund Interswiss», ein Immobilienfonds der Credit Suisse, als Eigentümer und Investor plant rund 500 Wohnungen untergebracht in einem Langhaus mit 7 Etagen und zwei Hochhäusern mit 30 und 31 Stockwerken. Sie werden mit über 95 Metern die höchsten im Aargau sein. Zum Vergleich: Das Tellihochhaus in Aarau ist 85 Meter hoch, die beiden beim Shoppi rund 70 und 75 Meter.

Die neuen Hochhäuser werden an die westliche und die südliche Flanke des Shoppingcenters angebaut; das Langhaus kommt entlang der Baumgartenstrasse zu stehen. «Die Wohnungen sind im mittleren und höheren Mietpreissegment angelegt und auf Singles, Paare sowie Senioren ausgerichtet», sagt Raymond Rüttimann seitens des Investors.

Gemeinde und Investor wollen mit dem Wohnangebot insbesondere die Anfrage aus dem Raum Zürich auffangen. Der CS-Immobilienfonds will über 200 Millionen Franken in das Megaprojekt investieren und in mehreren Etappen bauen. Mit dem Projekt knüpft man an die Pläne aus den 60er-Jahren an. Der Bau eines geplanten dritten und vierten Hochhauses beim Shoppi wurde nie realisiert, doch die nötige Infrastruktur ist bereits vorhanden.

Ein Stadtpark als Herzstück

Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) sagt: «Mit dieser Zentrumsentwicklung erhalten wir eine Mitte mit urbanen Qualitäten, welche die Quartiere unseres Dorfes verbindet.» Das sei für eine lebendige Gemeinde sehr wichtig. Das gesamte Neumatt-Projekt steht im Zeichen grüner Begegnungszonen und Parkanlagen und wird der neue Knotenpunkt der Gemeinde sein. Herzstück wird der neue Stadtpark sein.

Er wird auf der heutigen Wiese an der Bahnhofstrasse angelegt. Dieses Land gehört weitestgehend der Gemeinde. Am östlichen Rand befinden sich Werkhof und Feuerwehrmagazin. «Hier bestünde auch die Möglichkeit, das künftige Gemeindehaus zu bauen», erklärt Schmid. Auf der Westseite des Parks wird die Gemeinde Flächen für öffentliche Bauten freihalten, wo etwa eine Mehrzweckhalle oder ein Schulhaus gebaut werden könnte.

Die Parkplatzfläche westlich des Shoppingcenters verschwindet und wird in ein öffentliches Parkhaus mit fünf Geschossen und rund 500 Plätzen verstaut. Für die Anwohner sind separate Tiefgaragen vorgesehen. Die Zentrumszone darüber rund ums Shoppi wird beruhigt und für den Fuss- und Veloverkehr aufgewertet.

So wird auch ein Teil des Shoppi-Parkhauses an der Landstrasse abgerissen zugunsten einer Begegnungszone. Sie dient als Schnittstelle zwischen Shoppi, Sandäcker, sowie der geplanten Überbauung «Tivoli-Garten» mit der künftigen Limmattalbahn-Haltestelle.

Bis zum Baustart dauert es noch einige Jahre. Derzeit liegt der Entwicklungsrichtplan Neumatt zur Mitwirkung öffentlich auf. Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Gemeinde wird entsprechend angepasst werden müssen. Der Gemeinderat plant, die entsprechende BNO-Änderung Mitte 2018 der Gemeindeversammlung zur Genehmigung vorzulegen und gleichzeitig den Gestaltungsplan Neumatt zu genehmigen. Zu den Plänen wird auch der Kanton grünes Licht geben müssen.

Ein Modell des geplanten Grossprojekts.

Ein Modell des geplanten Grossprojekts.