Agrarpolitik
Massive Einbussen: Aargauer Bauern fordern Anpassungen

Die Aargauer Bauern wollen Anpassungen bei der neuen Agrarpolitik und haben an ihrer GV einer Resolution zugestimmt. Ausserdem rechtfertigte sich der Vorstand dafür, mit Hansjörg Knecht nur einen Ständeratskandidaten eingeladen zu haben.

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Allein die Aargauer Bauern beklagen bei den Direktzahlungen Einbussen von über 10 Millionen Franken. (Symbolbild)

Allein die Aargauer Bauern beklagen bei den Direktzahlungen Einbussen von über 10 Millionen Franken. (Symbolbild)

Keystone

Der Aargauer Bauernverband war gegen ein Referendum gegen die neue Agrarpolitik. An der Generalversammlung in Döttingen verteidigte Präsident Alois Huber diese Haltung, hätte ein Abstimmungskampf doch bloss die Bauern untereinander entzweit. Dennoch brauche es nun Korrekturen, so Huber.

Allein die Aargauer Bauern beklagen Einbussen von über 10 Millionen Franken und es wird ein Anstieg des administrativen Aufwands beklagt. Der Bauernverband verabschiedete deshalb eine Resolution, die Anpassungen verlangt.

Die zum Teil massiven Verluste an Direktzahlungen seien zu korrigieren, die Administrationslast zu senken, flankierende Massnahmen zu den Auswirkungen der Frankenstärke zu ergreifen und die Bundesvorgaben vom Kanton in schlanken Ausführungsbestimmungen umzusetzen.

Die Resolution nahmen Landwirtschaftsdirektor Roland Brogli und Grossratspräsident Markus Dieth entgegen. Er verstehe, dass bei manchen Bauern Enttäuschung und Frust herrschten, sagte Brogli. Die Aargauer Landwirtschaft gehöre durch die Verlagerung von Direktzahlungen ins Berggebiet zu den Verlierern der neuen Agrarpolitik, deren Umsetzung sich auch für die kantonale Verwaltung als «ziemlich kompliziert» herausgestellt habe.

Im Vorfeld der Versammlung hatte es bei einzelnen Mitgliedern für Unmut gesorgt, dass der Vorstand des parteipolitisch unabhängigen Bauernverbands exklusiv dem Ständeratskandidaten der SVP eine Plattform anbot, um sich zu präsentieren.

Vorstandsmitglied Daniel Schreiber erklärte dazu, dass man Hansjörg Knecht schon bei den Nationalratswahlen 2011 als bäuerlichen Vertreter unterstützt habe und von den bekannten Ständeratskandidaten sonst keiner einen Bezug zur Landwirtschaft habe.

Ob und für wen der Verband eine eigentliche Wahlempfehlung herausgibt, will der Vorstand im Juni kommunizieren. Bei den Nationalratswahlen hat man mit Präsident Alois Huber auf der SVP-Liste und Geschäftsführer Ralf Bucher als Spitzenkandidaten hinter der Bisherigen Ruth Humbel auf der CVP-Liste zwei Kandidaten aus den eigenen Reihen im Rennen.

An der Versammlung selbst gab Knechts Auftritt zu keinen Diskussionen mehr Anlass. Er wolle sich für die produzierende Landwirtschaft einsetzen, so Knecht. Eine Prämie allein dafür, keinen benzinbetriebenen Laubbläser einzusetzen, untergrabe die Glaubwürdigkeit der Landwirtschaft. (mou)

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