Massentests an Schulen
Aargauer Bildungspolitiker wollen beim Massentest-Konzept mitreden

Die Massnahmen müssen breit abgestützt sein, sagt Grossrat Titus Meier (FDP), auch in der Politik. Die Bildungskommission soll darum einbezogen werden, es seien noch viele Fragen offen.

Eva Berger
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An der Primarschule Mellingen wurden bei je einem Kind in zwei verschiedenen Klassen eine mutierte Version des Coronavirus festgestellt - deshalb müssen sich nun alle SchülerInnen und LehrerInnen der Primarschule auf das Virus testen lassen (04.02.2021).

An der Primarschule Mellingen wurden bei je einem Kind in zwei verschiedenen Klassen eine mutierte Version des Coronavirus festgestellt - deshalb müssen sich nun alle SchülerInnen und LehrerInnen der Primarschule auf das Virus testen lassen (04.02.2021).

Britta Gut

Weil die Schulen wegen der Sportferien zu sind, müssen sie derzeit nicht wegen Coronaausbrüchen geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt werden. Diese Pause sei dringend nötig für die Erarbeitung eines stichhaltigen Konzepts für Massentests an den Schulen, sagt Titus Meier (FDP), Präsident der grossrätlichen Kommission Bildung, Kultur und Sport:

«Ich hoffe, dass die Zeit genutzt wird, damit nach den Ferien an den Schulen gestartet werden kann.»

Die Bildungskommission ist bisher nicht in den Prozess einbezogen, das sollte sich nach Ansicht Meiers jedoch ändern. «Es ist sehr wichtig, die Massnahmen breit abzustützen, damit sie auch in der Bevölkerung akzeptiert werden», sagt er. Dazu gehöre auch die Politik, findet Meier: «Spätestens dann, wenn es um die Schulpflicht geht, müssen wir aktiv dabei sein.» Sprich, wenn Schüler den freiwilligen Test nicht machen und deswegen nicht am Unterricht teilnehmen könnten. Ein solches Vorgehen ist im Aargau bisher aber nicht angedacht.

Titus Meier, Grossrat FDP und Präsident der Kommission Bildung, Kultur und Sport.

Titus Meier, Grossrat FDP und Präsident der Kommission Bildung, Kultur und Sport.

zvg

Kommunikation jetzt zentral

Für Meier sind noch viele Fragen offen. Etwa, wie die unterschiedlichen Ausgangslagen an Sekundarschulen, wo Maskenpflicht gilt, und an Primarschulen mit einbezogen werden. Oder was für Familien gilt, deren Kinder verschiedene Schulhäuser besuchen.

Meier sieht in den Tests aber vor allem auch eine Chance: «Alle wollen, dass die Schulen offenbleiben. Mit den Tests können wir diesem Wunsch besser begegnen», ist er überzeugt. Doch wie sollen diese Eltern und Schülerinnen und Schülern schmackhaft gemacht werden? «Es braucht jetzt vor allem die richtige Kommunikation, so dass alle Eltern und Schüler verstehen, warum die Tests gemacht werden», so Meier. Gehe man auf die Ängste und Fragen ein, finde man Lösungen.