Prozess

Massenschlägerei beendet Geburtstagsparty: Nun stehen zwei Brüder vor Gericht

Es kam zur Schlägerei, bei der die zwei Beschuldigten den mittlerweile zu Boden gestürzten Privatkläger mit den Füssen getreten haben sollen.

Es kam zur Schlägerei, bei der die zwei Beschuldigten den mittlerweile zu Boden gestürzten Privatkläger mit den Füssen getreten haben sollen.

An Ostern 2011 kam es an einer Geburtstagsfeier in Kölliken zu einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen junger Männer. Zwei der Involvierten standen nun vor Bezirksgericht Zofingen.

Eine Gruppe Jugendlicher feierte am 24. April 2011 einen Geburtstag feuchtfröhlich. Nicht alle kamen mit einem Kater davon, wie sich anlässlich der Verhandlung vom Donnerstag vor Bezirksgericht Zofingen zeigte. Dort mussten sich zwei junge Männer verantworten.

Was passierte? Beim Fussballspielen in Kölliken hatten sich zwei Gruppen junger Männer kennen gelernt. Die eine lud die andere an ein Geburtstagsfest im Jugendtreff an der Berggasse 3 ein. So traf man sich an jenem Abend wieder.

Nach einer verbalen Auseinandersetzung wegen eines angeblich geklauten Portemonnaies eskalierte die Situation. Es kam zur Schlägerei, bei der die zwei Beschuldigten den mittlerweile zu Boden gestürzten Privatkläger mit den Füssen getreten haben sollen. Einer der Beschuldigten soll dabei ebenfalls umgefallen sein und am Boden liegend weitergeprügelt haben.

Nachdem zusätzliche Personen – zur Verstärkung per Telefon aufgebotene Verwandte und Kollegen – vor Ort eingetroffen seien, hätten die zwei Beschuldigten, ihr Kollege und eine angebliche vierte Person die Flucht ergriffen. Dabei soll einer von ihnen dem am Boden liegenden Privatkläger einen Fusstritt gegen den Kopf verpasst haben. Der Privatkläger erlitt jedenfalls eine Gehirnerschütterung, mehrstückige Brüche von Nasenbein und Nasenscheidewand, hatte ein blaues Auge und eine geschwollene Lippe. Er war über mehrere Monate arbeitsunfähig.

Die Beteiligten seiner Gruppe wurden ebenfalls verletzt und erlitten Prellungen und Schwellungen an Ohr, Gesicht und Hals. Die Beschuldigten, ihr Kollege und der vierte, der ihrer Gruppe angehört haben soll, kamen unverletzt davon. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Brüder, 24 und 25 Jahre alt. Sie kommen aus dem Kosovo und leben seit 1993 in der Schweiz. Beide haben Vorstrafen wegen Tätlichkeiten oder Verkehrsdelikten. Die Verfahren sind zum Teil noch hängig.

Der jüngere Bruder sagte, er erinnere sich nicht mehr an viel und verweigerte sämtliche Aussagen auf die Fragen von Gerichtspräsidentin Kathrin Jacober. Der Ältere gab teilweise Auskunft. Beide Brüder arbeiten temporär und haben keine Lehre abgeschlossen, «weil die Familie Geld brauchte», so der Ältere. Ihr Kollege war bereits von der Jugendanwaltschaft Aargau verurteilt worden, weil er zum Tatzeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt war.

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm forderte einen Schuldspruch für die beiden Brüder gemäss der Anklage und eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt (beim jüngeren Bruder 12 Monate davon unbedingt) bei einer Probezeit von vier Jahren sowie eine Busse von 2000 Franken für den älteren Bruder. Der Verteidiger des Privatklägers sprach sich ebenfalls für einen Schuldspruch im Sinne der Anklage aus und forderte eine Genugtuung für seinen Klienten. Die Anwälte der Brüder plädierten hingegen auf Freispruch. Der Verteidiger des älteren Bruders verwies auf die vielen Widersprüche und unglaubwürdigen Aussagen.

Das Urteil wird nächste Woche bekannt gegeben.

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