Reisebranche

Massenentlassung bei Knecht Reisen? – Aargauer Amt für Wirtschaft schaltet sich ein

Die Knecht Gruppe leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Die Knecht Gruppe leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Beim von der Coronakrise gebeutelten Reiseveranstalter Knecht Reisen soll es zu mehr Kündigungen gekommen sein als bislang bekannt. Nun will das Amt für Wirtschaft Auskünfte.

Die Reisebranche ist von der Coronakrise schwer getroffen. Abstandsregeln, Maskenpflicht und Quarantäne dämpfen die Reiselust, wie ein Sprecher von Knecht Reisen unlängst im Interview mit der AZ bestätigte. Die Reiseveranstalter müssen auf die veränderte wirtschaftliche Situation reagieren – auch mit Entlassungen.

170 Stellen bei Hotelplan, 140 bei DER Touristik Suisse, 70 bei TUI Suisse sollen in den letzten Monaten gestrichen worden sein, wie die Sonntagszeitung berichtet. Auch die Knecht Reisegruppe, das fünftgrösste Reiseunternehmen der Schweiz mit Sitz in Windisch, musste bereits Kündigungen aussprechen. Dies offenbar sogar mehr als bislang bekannt: Laut Sonntagszeitung soll sich nun die Zahl der Mitarbeitenden in gekündigter Stellung in den letzten Wochen deutlich erhöht haben. Von einer vierten Entlassungswelle im Oktober seien nun knapp 30 Stellen betroffen.

In der letzten offiziellen Unternehmensmeldung vom Juni sei von einem 20-prozentigen Stellenabbau die Rede gewesen. Genaue Zahlen wurden damals nicht genannt. Die Zahl der abzubauenden Jobs wurde im Sommer demzufolge mit 40 bis 46 beziffert. Gemäss der Webseite von Knecht sind aktuell über 300 Mitarbeitende in der Gruppe beschäftigt, zu dem neben Knecht Reisen auch Baumeler, Glur Reisen, Latino Travel oder Kira Reisen gehören.

Amt für Wirtschaft und Arbeit will Auskünfte

Unter Berufung auf interne Quellen berichtet die Sonntagszeitung nun von bereits 100 Stellen, die durch natürliche Abgänge und Entlassungen abgebaut worden sein sollen. Das Sparprogramm habe selbst beim Kader zu Unmut und Verunsicherung geführt. Die Chefs mehrerer Reisemarken, wie etwa Baumeler Reisen, Glur, Kira Reisen oder House of Sport hätten in den letzten Monaten und Wochen freiwillig gekündigt. Der Weggang der langjährigen Personalchefin von Knecht Reisen stehe ebenfalls bevor.

Inzwischen sei nun sogar das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau aktiv geworden, schreibt die Sonntagszeitung weiter. Die Behörde habe in den letzten Tagen mit Knecht Reisen Kontakt aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, ob eine Massenentlassung im Gang sei. «Wir haben Kenntnis von Personalabbauten in der Knecht-Gruppe und stehen dazu in Kontakt mit der Geschäftsleitung. Ob es sich dabei um Massenentlassungen handelt, ist zurzeit nicht bekannt», sagte Amtschef Thomas Buchmann gegenüber der Sonntagszeitung. Eine Massenentlassung ist jedoch meldepflichtig. Es seien bislang keine Meldungen eingegangen. Nun erwarte man Angaben des Unternehmens. (phh)

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