Aargau
Masseneinwanderungs-Initiative: Gewerbeverband irritiert mit seiner Ja-Parole

Mehrere Dachverbände reagieren befremdet darauf, dass der Aargauer Gewerbeverband die Ja-Parole zur Masseneinwanderungs-Initiative der SVP gefasst hat. Hans-Ulrich Bigler, höchster Schweizer Gewerbler, ist nicht glücklich damit.

Fabian Hägler
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Wirtschaftsverbände machen mobil gegen die Masseneinwanderung-Initiative der SVP, der Aargauer Gewerbeverband ist allerdings für sie.

Wirtschaftsverbände machen mobil gegen die Masseneinwanderung-Initiative der SVP, der Aargauer Gewerbeverband ist allerdings für sie.

Keystone

Als bisher einzige kantonale Sektion unterstützt der Aargauische Gewerbeverband (AGV) die SVP-Masseneinwanderungsinitiative. Mit 10 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen entschied sich der AGV-Vorstand für die Ja-Parole.

Hans-Ulrich Bigler, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV), hat nicht damit gerechnet, dass die Aargauer ausscheren. «Auf nationaler Ebene wurde die Nein-Parole zur Initiative sehr deutlich gefasst, deshalb bin ich nicht glücklich über die Entscheidung im Aargau», sagt Bigler.

Auch die Präsidenten des Aargauer Baumeister- und Gastroverbandes sprechen sich für eine Begrenzung der Zuwanderung aus. Dies ist umso erstaunlicher, als gerade diese beiden Branchen stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind. «Der Aargau ist eben stark von der SVP geprägt», sagt Werner Messmer, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes.

Es komme immer wieder vor, dass der AGV ein Extrazüglein fahre. «Ich würde aber sehr bezweifeln, dass der Präsident der Aargauer Baumeister mit seiner Position die Mehrheit der Verbandsmitglieder vertritt», kritisiert Messmer. Zudem hätten sich die AGVVorstandsmitglieder wohl von ihrer politischen Ausrichtung leiten lassen und die Folgen für die Wirtschaft zu wenig bedacht. Grundsätzlich findet es Messmer problematisch, «wenn ein kleines Gremium wie ein Verbandsvorstand wichtige Parolen im Alleingang fasst. Das ist Aufgabe einer Delegiertenversammlung».

Klaus Künzli, Präsident von Gastro Suisse, hält fest: «Unser nationaler Verband ist entschieden gegen diese Initiative.» Die Gastrobranche sei auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. «Mit seinem Ja zur Initiative vertritt der Präsident von Gastro-Aargau sicher nicht die Meinung des Kantonalverbandes», sagt Künzli.