Die professionelle und festliche Kürung der Staatsweine ist für die Produzenten wie eine Weltmeisterschaft im Fussball: Nach Jahren intensiver Vorbereitung im Rebberg und im Keller kommt es am Schluss zum Final. Die Weinbauern reichen ihre besten Tropfen ans Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg ein, wo Profis diesmal 88 Weine in Nase und Gaumen prüfen. Erstmals leitet der neue Weinfachspezialist Urs Podzorski die grosse Finaldegustation.

Die Siege beim Staatswein sind hauchdünn, alle vier Weine in den vier Kategorien könnten gewinnen. Bei den weissen Spezialitäten kommen zwei edle Tropfen auf genau 18,0 Punkte. Finanz- und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth muss oder darf den Stichentscheid fällen.

Viel Dynamik und Innovation

Schlag auf Schlag folgen sich die Höhepunkte auf Schloss Liebegg hoch über dem Wynental. Neben der Jury und Gästen aus Verwaltung und Politik stehen die Produzenten der Finalweine im Mittelpunkt. Aber sie werden arg auf die Folter gespannt, das Warten wird immerhin versüsst durch eine Lobrede von Finanzdirektor Markus Dieth, der Weinerklärungen offensichtlich mehr liebt als Steuererklärungen. Die Aargauer Winzerinnen und Winzern arbeiteten hoch professionell und gleichzeitig mit Herzblut und Leidenschaft. Eine junge Generation sorge mit hoher Dynamik und viel Innovationsgeist auch für künftigen Weingenuss.

Die den Gästen von Regierung und Kanton ausgeschenkten Staatsweine «stossen immer auf Begeisterung». Die Aargauer Weine «sind hier auf Erden geschaffen, aber vom Himmel geküsst worden», schwärmte Dieth. Musikalische Unterhaltung und die Gänge eines Gala-Diners aus der bewährten Eichberg-Küche begeistern die Festgemeinde im stimmungsvollen Schlosssaal.

Staatswein und Auszeichnung

Endlich, endlich bittet Preisverleiher Markus Fuchs alle Finalisten beim Riesling-Sylvaner und bei den weissen Spezialitäten auf die Bühne. Statt aber gleich die Katze aus dem Sack zu lassen, beschreibt er zuerst die Sorten und dann die getesteten Weine – mit viel Fachwissen und sympathischer Moderation. Die strahlenden Siegerinnen und Sieger bekommen ein Staatswein-Zertifikat, alle Finalisten eine Anerkennungs-Urkunde. In der zweiten Runde kommen Pinot Noir oder Blauburgunder aufs Podest, bei den roten Spezialitäten erreichten vier Pinot Noir Barrique den Final, alle vom ausgezeichneten Jahrgang 2015.

Mit einer selbst geschaffenen Wild-Card hat Regierungsrat Markus Dieth den beliebten Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher eingeladen. Der an Kunst und Wein Interessierte vergibt den einmaligen Designerpreis «Kurt Aeschbachers Choice» für die schönste Etikette. Corinne und Stefan Meier freuen sich riesig, als ihr Wettinger Classique Herrenberg gewinnt.