Die kostendeckende Einspeisevergütung ist das staatliche Instrument zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Die Mittel dafür sind limitiert. Wer zum Beispiel eine Photovoltaikanlage realisieren will, muss lange auf eine Zusage für die kostendeckende Einspeisevergütung warten.

Im Aargau entwickelt sich die Ökostrombörse zur ernst zu nehmenden Alternative zum System der kostendeckenden Einspeisevergütung. Der Start sei geglückt, melden die Stadtwerke Aarau und die AEW Energie AG zu den ersten sechs Betriebsmonaten der vergangenen Dezember von ihnen lancierten Online-Plattform.

Die Anmeldestatistik der kostendeckenden Einspeisevergütung weist für den Kanton Aargau eine realisierte jährliche Produktion aus Solaranlagen von 2,4 Millionen Kilowattstunden aus. Über die Ökostrombörse wurden im ersten Betriebshalbjahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden auktioniert. Die Ökostrombörse sei damit im Aargau bereits nach sechs Monaten eine bedeutende Alternative zur kostendeckenden Einspeisevergütung, schreibt die AEW Energie AG in einer Mitteilung zur Halbjahresbilanz.

An der Ökostrombörse bieten die Produzenten den ökologischen Mehrwert ihrer Anlage zur Energieerzeugung aus Sonne, Wasser, Wind oder Biomasse in Form von Herkunftsnachweisen an. Mitmachen kann, wer eine Anlage mit einer Leistung von mehr als 10 Kilowatt betreibt. Der Zuschlag erfolgt nach dem umgekehrten Auktionsverfahren. Die involvierten Elektrizitätsversorgungsunternehmen geben den Zuschlag nach den Kriterien günstigster Preis, grössere Menge, Status der Anlage (bereits in Betrieb, bewilligt) und Zeitpunkt der Abgabe des Angebots und verwenden die Herkunftsnachweise zur Gestaltung von Naturstromprodukten.

So soll ein Anreiz zum Ausbau der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energiequellen entstehen: Je mehr Herkunftsausweise abgesetzt werden, desto höher sind die über die Ökostrombörse ausgeschriebenen Volumen und umso mehr Anlagen, die Strom aus Biomasse, Sonne, Wasser und Wind gewinnen, werden gebaut. Die Preise für Herkunftsnachweise (Solar) würden je nach Ausschreibungskriterien und Angebot zwischen 4 und 35 Rappen/Kilowattstunde liegen, so die Betreiber der Börse. Die gehandelten Preise sind unter www.oekostrombörse.ch einsehbar. (Mou)

An der Ökostrombörse sind folgende Unternehmen beteiligt: AEW Energie AG, EWS Energie AG Reinach, IBAarau Strom AG, IBB Strom AG , Regionalwerke AG Baden, StWZ Energie AG Zofingen, SWL Energie AG Lenzburg.