Argoviafäscht
Marketingchef: «Wir hätten aufgeräumt, aber Mülligen war schneller»

Der Argovia-Marketingchef wehrt sich gegen die Vorwürfe der Gemeinde Mülligen, die Organisatoren des Argovia-Fäschts hätten sich nicht um den Müll der Partygäste gekümmert.

Nadja Rohner
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In Mülligen hat das Argovia-Fäscht von Ende Mai für Unfrieden gesorgt. Der Grund: Viele Partygäste reisen mit dem Bus an, steigen in Birmenstorf aus und spazieren zum Festgelände auf dem Birrfeld. Dabei müssen sie durch Mülligen, wo sie nach Angaben der Gemeinde nicht nur Müll hinterlassen haben, sondern auch Weidezäune beschädigten und einen Schacht abdeckten. «Die Gemeinde hat in einem Brief an die Veranstalter der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass künftig solche Aufräumaktionen durch die Veranstalter organisiert werden», heisst es im Mitteilungsblatt von Mülligen.

Das habe man ja, entgegnen die Verantwortlichen bei Radio Argovia. «Es ist schade, dass uns die Gemeinde Mülligen nicht die Chance gelassen hat, selber aufzuräumen», sagt Marketingchef Marco Kugel. «Wir haben um vier Uhr am Sonntagmorgen die ersten Truppen losgeschickt, um das Birrfeld aufzuräumen. Es dauert aber jeweils bis zum Mittwoch, alles sauber zu machen.»

Mülligen habe allerdings bereits am Sonntag selber aufgeräumt. Bei Radio Argovia sei am Dienstag nach dem Fest ein Brief der Gemeinde eingegangen, in dem es hiess, man werde das Depot behalten. «Es geht uns nicht ums Geld», stellt Kugel klar, «sondern ums Prinzip.»

Kugel reist jeweils am Wochenende vor dem Argovia-Fäscht extra nach Mülligen, um fotografisch festzuhalten, wie das Dorf vor dem Aufmarsch des Partyvolks aussieht. Und siehe da: «In Mülligen gibt es auch ohne das Argovia-Fäscht Littering. Da sieht es an jedem Wochenende aus, als wäre eine Party gefeiert worden, vor allem an der Reuss.» Kugel betont jedoch, dass er die Sachbeschädigungen und entfernten Schachtdeckel bedaure: «Das kann man sicher nicht tolerieren.»

Dieses Bild macht Marco Kugel vor dem Argoviafäscht an der Reuss in Mülligen.

Dieses Bild macht Marco Kugel vor dem Argoviafäscht an der Reuss in Mülligen.

ZVG
Auch dieses Bild machte er vor dem Argoviafäscht an der Reuss in Mülligen.

Auch dieses Bild machte er vor dem Argoviafäscht an der Reuss in Mülligen.

ZVG/Marco Kugel

Auf die Frage, wieso Mülligen selber einen Aufräumdienst aufgeboten und nicht gewartet hat, bis die Putzequippe des Argovia-Fäschts nach Mülligen kommt, sagt Vizeammann Daniel Dubouloz, man werde die Ereignisse am Montagabend in der Gemeinderatssitzung diskutieren.

Während die Gemeinde für ihre Aufräumarbeiten das Depot von 1000 Franken behalten kann, gehen Anwohner, die über von Festbesuchern verursachte Schäden oder Verschmutzungen klagen, leer aus. Bei Radio Argovia seien diesbezüglich etwa eine Handvoll Reklamationen aus den umliegenden Gemeinden eingegangen, sagt Marketing-Chef Kugel.

Man sei daran, Gespräche zu führen. «Wir werden allerdings keine Entschädigungen zahlen. Wenn während der Badenfahrt ein Briefkasten in Wettingen kaputtgemacht wird oder Abfälle in Kirchdorf liegen gelassen werden, kann man deshalb auch nicht das Badenfahrt-OK belangen.»

Es sei vereinbart, dass Radio Argovia dafür zu sorgen habe, dass das Birrfeld nach dem Fest aufgeräumt werde, und daran habe man sich gehalten. Auch in Mülligen wären die Reinigungstruppen ans Werk gegangen, hätte die Gemeinde dies nicht bereits selber in die Hand genommen. Es habe überdies lediglich Probleme mit der Gemeinde Mülligen gegeben, sagt Kugel. Das Fest findet auf Lupfiger Boden statt.

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