2003 gründeten der Kölliker Sozialpädagoge Marco Nyffeler und seine ecuadorianische Frau Alba Cisneros in Quito das Kinderprojekt «Minadores de Sueños». Gemeinsam mit einheimischem Fachpersonal und Volontären aus ganz Europa setzen sie sich für Kinder aus randständigen Familien ein. Durch die täglichen Angebote mit Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe, Stützunterricht und Freizeitbetreuung wirkt die Stiftung dem trostlosen Leben entgegen. «Wir arbeiten nicht mit Strassenkindern, sondern präventiv mit solchen, die noch zu Hause bei ihrer Familie leben. Wir begleiten sie von klein auf, bis sie 18 sind, um ihnen dank Bildung einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen», so Nyffeler.

Im Moment betreut die Stiftung täglich 70 Kinder und Jugendliche mit Aufgabenhilfe, Mittagstisch, Zwischenverpflegung sowie Schul- und Familienbegleitung. Zusätzlich leitet Marco Nyffeler eine Kita für Ein- bis Dreijährige mit 50 Kindern. Auf diese Weise betreut die Stiftung täglich insgesamt 120 Kinder und Jugendliche. In den Sommerferien profitieren zudem rund 200 Kinder und Jugendliche von einem Freizeitprogramm. Dies trägt dazu bei, dass sie ihre Freizeit nicht auf der Strasse verbringen müssen, wo sie in Kontakt mit Jugendbanden oder Drogen geraten könnten.

Marco Nyffeler ist glücklich, dass sich das Kinderprojekt über die Jahre so gut entwickelt hat. Doch auf dem Weg, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Chance auf einen guten Start ins Leben zu bieten, gibt es noch viel zu tun. «Wir planen, neu auch Kinder zwischen drei und fünf Jahren zu betreuen, die allein zu Hause sind, weil die Eltern arbeiten und die Geschwister in der Schule sind. Gerade dieses Alter ist sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung.» Bei ihrer Tätigkeit orientiert sich die Stiftung an den UN-Kinderrechtskonventionen.

Spenden sammeln in der Schweiz

Die Stiftung wird weitgehend durch Spendengelder von Schweizer Privatpersonen, Firmen und Vereinen finanziert. Das ist eine grosse Herausforderung: Alle zwei Jahre reist Marco Nyffeler deshalb im Sommer zurück in die Schweiz und wirbt in Vorträgen für die Unterstützung seines Projekts. Zusätzlich organisiert der 2006 gegründete Verein «Pro Minadores de Sueños» diverse Veranstaltungen. Deren Erlöse kommen vollumfänglich den Kindern und Jugendlichen vor Ort zugute.

Als «Auslands-Aargauer» hat Marco Nyffeler nicht damit gerechnet, für den NAB-Award nominiert zu werden. «Darum ist die Freude umso grösser.» Er sieht sich als soziale Brücke zwischen zwei Welten und ist dankbar, dass er durch die Nominierung die Chance hat, soziale Ungerechtigkeit aufzuzeigen – und gleichzeitig einen Weg, wie man konkret etwas dagegen tun kann. «Es wäre wunderbar, wenn dies etwas dazu beiträgt, die Träume dieser Kinder zu verwirklichen und so ihr Leben für immer zu verändern.»

NAB Award 2017 Nomination: Marco Nyffeler im Porträt.

NAB Award 2017 Nomination: Marco Nyffeler im Porträt.