Einbruchserie

Manor-Räuber vermummt auf Video – Bilder werden nicht veröffentlicht

Überwachungskameras filmten, wie drei Einbrecher in der Nacht auf Mittwoch im Manor Wohlen eine Schmuckvitrine plünderten.

Überwachungskameras filmten, wie drei Einbrecher in der Nacht auf Mittwoch im Manor Wohlen eine Schmuckvitrine plünderten.

Sechs Mal nahmen Einbrecher die Manor-Filialen in Baden und Wohlen ins Visier, sechs Mal liefen die Überwachungskameras mit. Die Kantonspolizei gibt die Bilder allerdings nicht zur Veröffentlichung frei. Die Erfolgsaussichten seien zu gering.

Auch die Täter, die in der Nacht auf Mittwoch im Wohler Manor eine Schmuckvitrine plünderten, wurden gefilmt. Eine Fahndung der Polizei blieb jedoch bisher erfolglos – wie auch bei den anderen fünf Einbrüchen in Wohlen und Baden seit Anfang Jahr.

Dennoch veröffentlicht die Kantonspolizei die Aufnahmen der Überwachungskameras nicht. Die Täter seien in allen Fällen vermummt gewesen, sagt Kantonspolizei-Sprecher Bernhard Graser.

«Die Bilder öffentlich zu machen bringt nichts, wenn man niemanden erkennt.» Dies könne höchstens im Einzelfall sinnvoll sein, wenn jemand beispielsweise auffällige Kleidung trage.

Im Falle von Kriminaltouristen sei die Erfolgsaussicht aber gering. In den Manor-Filialen könne ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass ausländische Banden am Werk waren.

Zur Fahndung, nicht zur Volksbelustigung

«Bilder geben wir nur dann an die Öffentlichkeit, wenn es der Fahndung hilft. Sie sollen nicht zur Volksbelustigung dienen.» Daneben befürchtet Graser auch eine Übersättigung der Bevölkerung.

«Dieses Fahndungsmittel nützt sich mit der Zeit ab.» Bei der Polizei gehen täglich Aufnahmen ein: «Jede Woche könnten wir unzählige solcher Videobilder veröffentlichen.»

Seit Einführung der neuen Strafprozessordnung ist die Hürde für eine Veröffentlichung höher geworden. Nur als letztes Mittel und bei schweren Delikten wie Tötung, Entführung oder Raubüberfälle dürfen die Bilder freigegeben werden.

Der Entscheid liegt letztlich bei der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren führt. «Leider muss man sagen, dass Vorfälle wie die Manor-Einbrüche heutzutage beinahe zum polizeilichen Alltag gehören», sagt Graser.

Keine Garantie auf Fahndungserfolg

Gelangen die Aufnahmen dennoch an die Öffentlichkeit, ist der Fahndungserfolg keineswegs garantiert. Die Häufigkeit der Rückmeldungen hänge von der Art des Verbrechens ab, sagt Graser. «Bei häufiger vorkommenden Delikten melden sich weniger Leute.» In der Regel gingen eher wenig Hinweise ein.

Wenn Aufnahmen von Überwachungskameras nicht veröffentlicht werden, heisst das aber nicht, dass sie nicht verwendet werden. «Die Bilder werden intern ausgewertet und sind wichtige Bestandteile unserer Ermittlungen», sagt Bernhard Graser.

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