Bundesgericht
Mann verpasst Liebhaberin einen Schwedenkuss – und verlangt noch Geld

Das Aargauer Obergericht hat einen Mann zu Recht zu einer bedingten Geldstrafe von 6000 Franken verurteilt, weil er seiner Lebenspartnerin einen Schwedenkuss verabreichen wollte und sie mit dem Tode bedroht hat.

Urs-Peter Inderbitzin
Drucken
Das Urteil des Aargauer Obergerichts wurde vom Bundesgericht bestätigt. (Symbolbild)

Das Urteil des Aargauer Obergerichts wurde vom Bundesgericht bestätigt. (Symbolbild)

Keystone

Vor etwas mehr als drei Jahren hing der Haussegen bei einem Paar ziemlich schief. Bei einem Streit in der Küche griff der Lebenspartner zu einem rabiaten Mittel. Er holte mit seinem Kopf aus und versuchte, seiner Partnerin einen Schwedenkuss à la Zidane zu verabreichen.

Da die Frau ihren Kopf geraden noch rechtzeitig wegdrehen konnte, wurde sie lediglich seitlich am Kopf getroffen. Im Laufe der weiteren Auseinandersetzung drohte der Mann seiner Partnerin, er werde sie umbringen. Schliesslich nahm er die Frau in den Schwitzkasten bzw. nahm einen Würgegriff vor und spedierte sie vor die Haustüre.

Körperverletzung, Drohung und Nötigung

Das Bezirksgericht Brugg verurteilte den rabiaten Lebenspartner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten und wies gleichzeitig das Gesuch der Frau auf Zahlung von Schmerzensgeld ab.

In zweiter Instanz erkannte das Obergericht des Kantons Aargau auf versuchte einfache Körperverletzung, mehrfache Drohung, Nötigung und Pornografie und verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 20 Franken. Auch das Obergericht lehnte es ab, der Frau ein Schmerzensgeld zuzusprechen.

Glaubwürdige Aussagen

Kürzlich musste sich das Bundesgericht mit dem Streit befassen. Der Mann erhoffte sich in Lausanne, vom Vorwurf der Körperverletzung, der Drohung und Nötigung freigesprochen zu werden. Ausserdem verlangte er vom Kanton Aargau Schadenersatz in der Höhe von 58 380 Franken sowie eine Genugtuung von 33 400 Franken, weil er in ungerechtfertigter Weise eingesperrt worden sei.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde vollumfänglich abgewiesen und die Einwände des Mannes allesamt abgewiesen. Das Aargauer Obergericht hat die Aussagen der geplagten und bedrohten Frau zu Recht als glaubwürdiger eingestuft als die Behauptungen des rabiaten Lebenspartners.

Aktuelle Nachrichten