Bezirksgericht Zofingen

Mann vergeht sich an achtjährigem Mädchen – Richter ordnen eine ambulante Therapie an

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte einen jungen Mann zu einer Therapie, Kontaktverbot und Entschädigungszahlung (Symbolbild).

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte einen jungen Mann zu einer Therapie, Kontaktverbot und Entschädigungszahlung (Symbolbild).

Das Bezirksgericht Zofingen schickt einen 26-Jährigen in eine ambulante Therapie. verhängt ein Kontaktverbot und spricht dem Opfer 10'000 Franken zu.

Es muss für das achtjährige Mädchen eine nicht enden wollende Tortur gewesen sein. Ein 22-Jähriger hat sich während eineinhalb Jahren sexuell an ihr vergangen haben. Die Familien des Opfers und des Täters waren eng befreundet. Die Mütter trafen sich oft zu einem Schwätzchen.

Während die Frauen Kaffee tranken, forderte der damals arbeitslose und noch bei der Mutter wohnhafte Beschuldigte das Mädchen auf, ihn in sein Zimmer zu begleiten. Dort schauten sie gemeinsam Filme oder bastelten. «Wir verstanden uns sehr gut, konnten gemeinsam lachen», gab der Beschuldigte vor Bezirksgericht Zofingen an. Sie seien eben Freunde gewesen. Doch ab August 2015 begann der Schweizer mit honduranischen Wurzeln, diese freundschaftliche Beziehung schamlos auszunutzen.

Er begann, dem Mädchen in die Unterhose zu fassen und berührte es im Intimbereich. Dabei soll er immer wieder versucht haben, seinen Finger in die Vagina der Achtjährigen zu stossen. Später zwang er sie zu Oralverkehr, rieb sich an ihrem entblössten Unterleib bis zum Samenerguss oder machte Nacktaufnahmen von ihr.

Weder gezwungen noch gedroht

Sein Opfer schüchterte er ein, indem er ihm sagte, er besitze eine Waffe und werde seine Eltern umbringen. Dass es zu sexuellen Handlungen zwischen ihm und dem Mädchen gekommen war, stritt der heute 26-Jährige vor Gericht nicht ab. Allerdings habe er sie weder zu etwas gezwungen noch habe er ihr gedroht. «Es geschah alles in gegenseitigem Einverständnis», sagte er aus. «Sie wollte auch, dass wir uns berühren und war sexuell sehr neugierig.»

Fast selbst noch wie ein Kind wirkte der Beschuldigte auf den ersten Blick. Er erschien in Kapuzenpulli und Jeans vor Gericht. Als er zu seinen Zukunftsplänen befragt wurde, sprach er davon, die Welt entdecken zu wollen. Die psychiatrische Gutachterin attestierte ihm eine unreife Persönlichkeitsstörung in gravierendem Ausmass. Der Mann sei emotional nicht auf dem Stand von Gleichaltrigen. Dies könne auch ein Grund sein, weshalb er sich mit der Achtjährigen anfreundete. Er habe sich auf Augenhöhe mit ihr gefühlt.

Mädchen erhält 10'000 Franken als Genugtuung

Das Bezirksgericht Zofingen sprach den 26-Jährigen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der Pornografie sowie der sexuellen Nötigung für schuldig. Es verurteilte den Mann zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Allerdings wird die Strafe zu Gunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben.

Das heisst, er muss die Haftstrafe nur absitzen, wenn er die angeordnete Therapie verweigert oder frühzeitig abbricht. Zudem hat das Gericht ein Kontakt- und Rayonverbot gegenüber dem Opfer sowie Kindern im Schutzalter verhängt. Seinem Opfer wurde eine Genugtuung von 10'000 Franken zugesprochen.

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