Der Mann, 50-jährig, ist mit dem Velo unterwegs und hält an bei Schulanlagen, an Schulwegen, neben Fussballplätzen. Er wartet, bis Kinder herauskommen, vor ihm ausgelassen spielen. Dann passiert es: Er greift sich in die Hose, zeigt seine Geschlechtsteile, beginnt, sich vor den Kindern selbst zu befriedigen. Dies in den Jahren 2013 bis 2015. Nun hat der Mann seine Anwesenheit bei fünf Vorfällen in den Kantonen Aargau und Zürich gestanden, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilt. Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei gehen jedoch von einer gewissen Dunkelziffer aus.

Die Ermittler konnten beim Mann diverse Sportbekleidungsstücke, Velohelme, einen Rucksack sowie zwei E-Bikes beschlagnahmen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach geht aufgrund der bisherigen Erkenntnisse davon aus, dass der Mann jeweils in unterschiedlicher Montur auch in angrenzenden Kantonen und im süddeutschen Raum Kinder und Erwachsene sexuell belästigt haben könnte. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Montag Bilder der Bikes, der Kleidungsstücke, des Rucksackes und der Velohelme, welche beim Beschuldigten gefunden wurden. Damit erhoffen sich die Behörden weitere Hinweise auf Taten des Mannes. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hatte im Juli gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfachem Exhibitionismus und mehrfacher sexueller Belästigung eröffnet. Der Beschuldigte ist seither in Untersuchungshaft. Ermitteln konnten Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Aargau den Beschuldigten dank einer Meldung der Kantonspolizei Zürich, die zu mehreren gleichgelagerten ungelösten Fällen im Kanton Aargau geführt hatte.

Identifiziert wurde der Übeltäter von den Kindern selbst: Die Polizei führte mit ihnen eine Fotowahlkonfrontation durch. Dabei sahen sie sich Bilder von verschiedenen Männern an und tippten auf die Person, die sie wiedererkannten. Gemeldet wurden die Taten des Exhibitionisten von verschiedenen Seiten. «Es gingen Anzeigen sowohl von Eltern der belästigten Kinder als auch von deren Lehrpersonen ein», sagte Mediensprecherin Sandra Zuber damals.

Der Exhibitionist von Baden – er wohnt neben einem Spielplatz.

Der Exhibitionist von Baden – er wohnt neben einem Spielplatz.

Die bisher bekannten Tatorte befinden sich in einem Radius von bis zu 50 Kilometern vom Wohnort des Beschuldigten in der Region Baden entfernt. Wer in den angrenzenden Kantonen sowie im süddeutschen Raum entsprechende Beobachtungen gemacht hat und von einem Velofahrer in einer der veröffentlichten Monturen sexuell belästigt wurde, wird gebeten, sich bei der Kantonspolizei Aargau Nord (Tel. 062 835 85 00) zu melden.