Schwitzen ist gesund, heisst es. Es sollte aber nicht die nackte Haut der anderen Gäste sein, die den Kreislauf in Schwung bringt. So geschehen im Thermalbad in Bad Schinznach, wo einige Besucherinnen ihr Geld zurückverlangten, weil sie angeblich von anderen Gästen angestarrt wurden.

Nur ein Einzelfall oder sind Spanner in öffentlichen Sauna-Landschaften ein Problem? Im Sole Uno in Rheinfelden kennt man das Phänomen zwar, dennoch komme es «so gut wie nie» vor, dass Saunabesucher deswegen zurechtgewiesen werden müssten, meint Betriebsleiter Sven Malinovski.

Für ihn ist klar: «Wenn sich jemand belästigt fühlt, dann ist das nicht in Ordnung.» In einem solchen Fall sollten sich Saunagäste an das Personal wenden. «Oft war es dann nur ein Missverständnis», so der Betriebsleiter.

Blickfang als Ablenkung

«Man kann in der Sauna nicht eine halbe Stunde aufs Holztäfer starren», weiss auch Dominik Keller, Geschäftsführer im Thermalbad Zurzach. Aus diesem Grund lenken in seiner Sauna Blickfänge, wie Aussichtsfenster oder ein Fischtank, die Aufmerksamkeit auf sich und somit weg von den anderen Gästen.

Dank separatem Frauenbereich und Textilsauna kommt es im Bad Zurzach kaum zu Problemen mit lästigen Blicken. Es seien eher die kleineren Verstösse gegen die Hausregeln, wie etwa besetzte Liegebänke oder lärmende Gäste, die den Saunameister dann und wann auf Trab halten.

Sollte doch einmal ein Gast jegliche Anstandsregeln vergessen, wird er gegebenenfalls mit einem Hausverbot belegt.

Textilfreie Zone

In der Schweiz sind die meisten Saunas für beide Geschlechter zugänglich. Viele Saunabetriebe bieten mittlerweile aber exklusive Frauentage an. In Finnland, dem «Mutterland» der Sauna wird nach Geschlechter getrennt geschwitzt. In anderen Ländern, wie etwa in den USA, setzt man sich mit Badeanzug in die Kabine.

Schweizer Saunas sind hingegen eine textilfreie Zone. Ungeübte Saunagänger können sich in dieser Situation schnell unwohl fühlen, insbesondere dort, wo Männer und Frauen gemeinsam schwitzen. Auch hier empfiehlt Sven Malinovski ganz einfach: «Wer unsicher ist, soll sich ans Personal wenden.» (cze)