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Mal angesiedelt sind sie nicht mehr einzudämmen: Wie der Kanton die Quagga-Muschel besiegen will

Die Quagga-Muschel schadet dem Ökosystem.

Die Quagga-Muschel schadet dem Ökosystem.

Um gegen die Eindringlinge vorzugehen ist die Mithilfe der Gemeinden nötig. Die Aargauer Regierung antwortet auf eine Motion eingereicht von Grossräten aus dem Seetal und Umgebung.

Die Quagga-Muschel, die 2015 das erste Mal in Schweizer Gewässern nachgewiesen wurde, ist, wenn sie sich erst mal angesiedelt hat, nicht mehr einzudämmen. Verbreiten kann sich die Muschel vor allem durch Überlandtransporte von Booten von See zu See. Im Hallwilersee hat es nach heutigem Wissensstand noch keine Quagga-Muscheln. Damit dies auch so bleibt, forderte die Grossrätin Gabi Lauper Richner (SP) in einer Motion gemeinsam mit zahlreichen weiteren Grossräten aus dem Seetal und Umgebung, dass der Kanton eine gesetzliche Grundlage für Massnahmen erarbeitet.

Die Aargauer Regierung hat eine Strategie, wie sie die Invasion der Quagga-Muschel im Hallwilersee verhindern möchte, wie es in der Antwort heisst. Ein Bootsreinigungsgebot mit entsprechender Kontrolle sei aufgrund der wenigen Einwasserungen und Einwasserungsstellen umsetzbar.

Nur noch gereinigte Boote dürfen einwassern

Jährlich wassern rund 20 bis 50 nicht am See immatrikulierte Boote in den Hallwilersee ein. Den Inhabern von Einwasserungsstellen wird per kantonaler Verfügung die Pflicht auferlegt, dass ab Saison 2021 nur noch entsprechend gereinigte Boote eingewassert werden dürfen. Den Gemeinden soll bei der Umsetzung des Reinigungsgebots eine wichtige Rolle zukommen. «Die Kontrollen können durch geschulte Personen erfolgen, zum Beispiel Gemeindepersonal oder Ranger. Unsachgemäss gereinigten Booten soll der Zugang zum See verwehrt werden», heisst es. Für Informationskampagnen und Informationsmaterial sowie die Schulung und Entschädigung der Kontrolleure dürfte der Aufwand bei rund 40'000 Franken für das Jahr 2021 liegen, für die folgenden Jahre bei ungefähr 30'000 Franken – Geld, das der Kanton bereitstellen will.

Annahme würde Flexibilität in der Umsetzung verhindern

Zentral für den Erfolg sei, dass auch der Kanton Luzern entsprechende Massnahmen am Hallwiler- und Baldeggersee ergreife, insbesondere da der relativ häufig genutzten Einwasserungsstelle in Aesch LU. Auf dem Baldeggersee seien private Boote nicht zugelassen und entsprechend sei das Risiko der Einschleppung der Quagga-Muschel klein, schreibt die Regierung. Aber auch für den Bal­deggersee müsse das Risiko und ein möglicher Handlungsbedarf geprüft und allfällige Massnahmen ergriffen werden. «Der Kanton Luzern kann nur auf dem Verhandlungsweg zu Massnahmen bewegt werden, hier greift eine gesetzliche Regelung des Kantons Aargau nicht.»

Die Motion lehnte der Regierungsrat ab, ist aber bereit, sie als Postulat anzunehmen. Dies, weil eine Annahme die Flexibilität in der Umsetzung für rasche Massnahmen verhindern würde.

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