Darum geht es: Joggerin erkrankte nach Mäusebussard-Attacke an Hasenpest

Wie häufig greifen Vögel Menschen in der Schweiz an?

Livio Rey: Das kommt immer wieder mal vor. Pro Jahr werden rund ein Dutzend Fälle bekannt.

Welche Vögel greifen an?

Es sind fast immer Mäusebussarde, ausnahmsweise auch Milane. Die Tiere sind aber nicht per se aggressiv, sie wollen ihre Jungen schützen. Sie fühlen sich hauptsächlich von Joggern bedroht, wegen der schnellen Bewegungen. Velofahrer und Spaziergänger sind in der Regel nicht betroffen.

Wo und wann ist Vorsicht geboten?

Mäusebussarde kommen in der Schweiz überall vor, ausser in den Hochalpen. Die Angriffe erfolgen fast immer zwischen Mai und Juli, wenn die Tiere Nachwuchs kriegen. Angesichts der 20'000 bis 25'000 Mäusebussardpaare in der Schweiz und der hohen Zahl an Joggern ist die Chance, angegriffen zu werden, aber verschwindend klein.

Wie kann man Angriffen vorbeugen?

Jogger sollten während der Brutzeit Reviere von Mäusebussarden, die ein angriffiges Verhalten zeigen, meiden oder nur langsam durchqueren. Im Extremfall sind das bis zu 500 Meter rund um das Nest. Helfen kann eine Mütze mit aufgemalten Augen auf dem Hinterkopf. Die Vögel fühlen sich dadurch beobachtet und greifen nicht an.

Was sollte man tun, wenn man attackiert wurde?

Meist begnügt sich ein Mäusebussard mit Scheinangriffen. In einzelnen Fällen setzt es Kratzer am Kopf der Opfer ab. Ernsthafte Verletzungen sind zum Glück sehr selten. Doch auch bei kleinen Verletzungen sollte man sich unbedingt beim Hausarzt melden und gegen Starrkrampf (Tetanus) impfen lassen. Tollwut gibt es bei Vögeln nich. Sie kann daher als mögliche Ursache der Attacke mit Sicherheit ausgeschlossen werden.