Ständeratskandidat Müller
Macht Philipp Müller nun mit der SVP das Päckli für den Aargauer Ständerat?

Nach Pascale Bruderer (SP/bisher) und Hansjörg Knecht (SVP) tritt jetzt auch Philipp Müller (FDP) im Ständeratswahlkampf an. In der SVP könnte man sich unter Umständen ein gemeinsames Antreten vorstellen.

Mathias Küng
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Philipp Müller (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) wollen nächstes Jahr beide neu für den Aargau in den Ständerat gewählt werdne.

Philipp Müller (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) wollen nächstes Jahr beide neu für den Aargau in den Ständerat gewählt werdne.

Chris Iseli/Keystone

Jetzt ist der Schuss draussen: FDP-Schweiz-Präsident und Nationalrat Philipp Müller soll im Herbst 2015 den FDP-Ständeratssitz verteidigen. Dieser ist neu zu vergeben, weil FDP-Ständerätin Christine Egerszegi nicht mehr antritt. Kantonalpräsident Matthias Jauslin gab an einer Medienkonferenz in Aarau bekannt, dass der Geschäftsleitungs-Ausschusseinstimmig Philipp Müller empfiehlt. Er sei überzeugt, so Jauslin, «dass Müller den Aargau im Ständerat gut vertreten wird».

Thierry Burkart, Philipp Müller, Matthias Jauslin und Corina Eichenberger bei der Bekanntgabe der Ständeratskandidatur Müller.

Thierry Burkart, Philipp Müller, Matthias Jauslin und Corina Eichenberger bei der Bekanntgabe der Ständeratskandidatur Müller.

Chris Iseli

Nebst Jauslin und Müller nahmen demonstrativ zwei weitere im Vorfeld als mögliche Kandidierende gehandelte FDP-Spitzenpolitiker an der Medienorientierung teil und empfahlen Müller zur Wahl. Nationalrätin Corina Eichenberger lobte seine grosse Dossierkenntnis. Auch dass er sich pointiert äussern könne, zeichne ihn aus.

Er könne vermitteln und integrieren. Das habe er als Präsident bewiesen. «Wir wären blöd, wenn wir Philipp Müller nicht aufstellen würden», doppelt Grossratspräsident Thierry Burkart nach. Auch er stehe aus Überzeugung hinter der Kandidatur Müller. Dieser sei ein Glücksfall, er bringe alles mit, was es brauche.

SP-Ständerätin Pascale Bruderer will ihren Sitz verteidigen

SP-Ständerätin Pascale Bruderer will ihren Sitz verteidigen

Mittlerweile drei Kandidaten

Damit stehen die Namen von drei Kandidierenden fest. Ständerätin Pascale Bruderer (SP) wird wieder antreten, um den von ihr 2011 der SVP abgejagten Sitz zu verteidigen. Die SVP will diesen mit Nationalrat Hansjörg Knecht zurückerobern. Und die FDP will ihren Sitz mit Philipp Müller verteidigen. Aufgrund ihrer hohen Popularität dürfte Bruderer ihren Sitz halten können. Realistischerweise werden die Kandidierenden der bürgerlichen Regierungsparteien um den FDP-Sitz kämpfen müssen.

SVP/FDP je allein oder zusammen?

2003 zogen SVP und FDP mit Maximilian Reimann und Thomas Pfisterer letztmals gemeinsam in den Ständeratswahlkampf. Ist das 2015 wieder vorstellbar? SVP-Präsident Thomas Burgherr könnte sich dies angesichts des Oberziels, dass der Aargau 2015 wieder zwei Bürgerliche nach Bern schicken solle, unter Umständen vorstellen. Aber in den SVP-Parteileitungsgremien wurde die Frage laut Burgherr noch nicht diskutiert.

CVP-Präsident Markus Zemp hat noch keinen Kandidaten für den Ständerat präsentiert

CVP-Präsident Markus Zemp hat noch keinen Kandidaten für den Ständerat präsentiert

Andere Parteien lassen sich Zeit

Die anderen Parteien lassen sich Zeit mit dem Ständerat. Bei der CVP könnte laut Präsident Markus Zemp ein Entscheid unter Umständen vor den Sommerferien fallen. In den nächsten Wochen finden Gespräche mit interessierten Personen statt.

Sogar frühestens im Herbst steht laut Präsident Jonas Fricker fest, mit wem die Grünen antreten. Dass sie antreten, steht für sie wie für die CVP ausser Frage. Der positive Nebeneffekt einer Ständeratskandidatur sei 2011 weniger stark ausgefallen als erhofft, sagt demgegenüber GLP-Co-Präsident Andreas Mahler. In der GLP ist dieser Entscheid noch offen.

Laut Präsident Bernhard Guhl entscheidet die BDP erst nach den Sommerferien, ob sie für den Ständerat antritt oder nicht. Ebenfalls noch keine Entscheide zum Ständerat gibt es bei der EVP. Laut Präsident Roland Bialek konzentriert man sich auf die Nationalratswahlen und wartet die Entscheide der grossen Parteien ab.

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