Seit mittlerweile 27 Jahren sitzt Luzi Stamm als Nationalrat in Bern – zuerst ab 1991 für die FDP, seit 2001 für die SVP. Dass die Findungskommission seiner Kantonalpartei ihn nicht mehr nominiert, kommentiert Stamm im «TalkTäglich» auf Tele M1 ironisch: «Ich danke meiner Partei, dass sie sich Sorgen macht um meine Gesundheit.»

Es könne Situationen geben, in denen er als Rechtsanwalt stark belastet sei, wenn er zum Beispiel während der laufenden Session eine Rechtsschrift einreichen müsse und sich dazu noch für seine Asylinitiative engagiere. «Dann schlafe ich sehr wenig, dazu kam eine Grippe, aber ich hätte mich fit gefühlt, um nochmals anzutreten», betonte er.

Es gehe der Kommission wohl weniger um seine Gesundheit, als vielmehr um ein Signal an mögliche neue Kandidaten, dass Stamm und weitere langjährige Politiker nicht mehr antreten.

«SVP wird nicht absacken»

Politberater Mark Balsiger hielt fest, wenn Luzi Stamm, Ulrich Giezendanner, Maximilian Reimann und Sylvia Flückiger erneut kandidiert hätten, wären sie auch gewählt worden. Nun beginne der parteiinterne Kampf um die freien Plätze, wobei mindestens die Hälfte der SVP-Grossräte im Aargau wohl das Gefühl habe, «sie seien gut genug für den Nationalrat».

Weiter erklärte der Politberater, SVP-Sympathisanten wählten grundsätzlich ihre Partei, die Köpfe auf der Liste seien weniger wichtig. «Die SVP wird im Aargau nicht absacken», prognostizierte Balsiger, ob die Partei ihre sieben Sitze halten könne, sei aber unsicher.

Auf die Frage von Moderator Kaspar Loeb, was er von Amtszeitbeschränkungen halte, sagte Stamm, er finde diesen Ansatz falsch. «Konkurrenz ist das Gesündeste, die Bevölkerung soll wählen, ob sie einen dynamischen Jungen oder einen erfahrenen Älteren will.»

Balsiger bezeichnete die Regel, dass nach einer gewissen Amtsdauer eine Zweidrittelmehrheit am Parteitag zur Nomination nötig ist, derweil als gut und das Verfahren als sportlich.

Ob er allenfalls auf der Seniorenliste von Maximilian Reimann kandidieren würde, liess Stamm offen. «Es besteht kein Zeitdruck, auf diese Frage gehe ich darum nicht ein.» Er räumte aber ein, dass Reimann mit seinem Fokus auf Seniorenanliegen eine Marktlücke besetze.

Balsiger entgegnete, AHVBezüger würden keineswegs nur Rentner wählen. Allerdings nähmen ältere Menschen eher an Wahlen teil, «das kommt den Silberfüchsen entgegen».