Lehrermangel
Lohneinbusse: Gerade junge Aargauer Lehrer flüchten nach Zürich

Weil der Kanton Zürich den Oberstufenlehrern mehr Lohn bezahlt, wandern viele Aargauer Oberstufenlehrer in den Nachbarkanton ab. Trotzdem sieht der Geschäftsführer des Aargauer Lehrerverbands Vorteile im Aargauer Lohnsystem.

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Blick in ein Schulzimmer: Junge und Initiative Oberstunfelehrer wandern lieber in den Kanton Zürich ab, als in der Primarschule für weniger Lohn zu unterrichten. (Symbolbild)

Blick in ein Schulzimmer: Junge und Initiative Oberstunfelehrer wandern lieber in den Kanton Zürich ab, als in der Primarschule für weniger Lohn zu unterrichten. (Symbolbild)

Keystone

Aufgrund des Wechsels zum System 6/3 (6 Jahre Primarschule/3 Jahre Oberstufe) werden viele Oberstufenlehrer überflüssig, während in der Primarstufe mehr Lehrkräfte benötigt werden. Was tun die betroffenen Oberstufenlehrkräfte nun?

Laut Martin Schaffner, Präsident des Bezirkslehrerverbandes, werden «einige wenige Bezirkslehrpersonen die Stufe wechseln, also künftig 4., 5. und 6. Primarklassen unterrichten». Wer lange genug an der Bez unterrichtete, wird noch weitere sechs Jahre das Salär einer Oberstufenlehrperson beziehen können.

Allerdings haben laut Schaffner viele Schulleitungen der Bez proaktiv vor einem oder zwei Jahren angefangen, befristete Verträge auszustellen. Schaffner: «Wer damals neu eine Stelle antrat, wusste also, dass er bloss bis Juli 2014 angestellt sein würde.»

Laut Schaffner suchen nun «viele junge und initiative Lehrpersonen zweifelsohne eine Stelle im Kanton Zürich». Nach der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Aargau wohl nicht mit sehr viel Wehmut, vermutet er.

Diese Lehrpersonen seien für den Aargau verloren. Schaffner: «Er hat sie teuer ausgebildet, nun verscheucht er sie, und in Zürich erhalten sie fast 1000 Franken mehr pro Monat.» Dabei, so der Bezlehrer-Präsident, wird es schon in drei bis vier Jahren wieder viel mehr Lehrkräfte brauchen.

Aargau zahlt nach Alter

Auch Manfred Dubach, Geschäftsführer des Aargauer Lehrerverbands (ALV) bestätigt den Lohnunterschied von rund 1000 Franken gegenüber dem Kanton Zürich. «Die Lohndifferenz zwischen dem Kanton Zürich und dem Kanton Aargau ist klar gegeben», sagt er. Zürich und der Kanton Zug würden klar höhere Löhne auszahlen als die anderen Kantone.

Im Kanton Zürich werde der Lohn nach Dienstalter ausbezahlt. Manfred Dubach sieht hier einen Vorteil im Aargauer Lohnsystem. «Im Kanton Aargau wird der Lohn nach Alter und nicht nach Dienstalter ausbezahlt, so ist der Kanton Aargau insbesondere für ältere Quereinsteiger attraktiver», sagt er.

Seit 2011 gibt es an der Fachhochschule Nordwestschweiz ein Studienprogramm für Quereinsteiger im Lehrerberuf. «Für den Kanton Aargau ist dies sicher eine positive Entwicklung», sagt Dubach. Zahlen darüber, wie viele Quereinsteiger bereits jetzt tätig sind, gebe es noch nicht. «Wir hoffen darauf, dass der Kanton Aargau diese Statistiken machen lässt, sobald er die Möglichkeit dazu hat.»

Durchschnittsalter nimmt weiter zu

Der Aargauische Lehrerverband hat die Schulen darauf hingewiesen, ältere Lehrpersonen der Oberstufe möglichst zu motivieren, auf den Sommer 2014 hin in den Ruhestand zu treten. «Es ist meist nicht sinnvoll, wenn ältere Lehrpersonen, die nächstes Jahr in Pension gehen würden, noch beschäftigt werden, während jüngere Lehrpersonen mit Familien entlassen werden müssen», sagt er.

Der Aargauer Lehrerverband weist die Schulen darauf hin, ältere Lehrpersonen aus der Oberstufe möglichst zu motivieren, auf den Sommer 2014 hin in den Ruhestand zu treten. «Es ist nicht sinnvoll, wenn ältere Lehrpersonen, die nächstes Jahr in Pension gehen würden, noch beschäftigt werden, während jüngere Lehrpersonen mit Familien entlassen werden müssen», sagt er.

Doch das Durchschnittsalter der Lehrpersonen nehme weiterhin zu. In den nächsten Jahren sei weiterhin mit einer Pensionierungswelle zu rechnen. Diese werde vor allem an der Primarstufe und am Kindergarten zu spürbar sein. (mku/cfü)