Herr Egloff, was bedeutet der Entscheid des Grossen Rats für die Aargauische Kantonalbank?

Zuerst möchte ich im Namen des Bankrats und aller AKB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter dem Regierungsrat und allen Grossräten danken, die eine starke, erfolgreiche und sichere Bank wollen und uns unterstützten.

Wer für den Lohndeckel stimmte, will keine starke AKB?

Verrückt ist, dass die beiden Polparteien – in der Meinung, dass dies der Wille der Bürger ist – ein Zeichen gegen die hohen Löhne in der Finanzindustrie gesetzt haben. Gleichzeitig haben sie die AKB massiv geschwächt, und das kann nicht im Interesse der Aargauer Bürger sein.

Mit was für Schwierigkeiten rechnen Sie konkret?

Kurzfristig kompromittieren der Lohndeckel und die Abschaffung der patronalen Kadervorsorge für die Geschäftsleitung die Nachfolgersuche für den Direktionspräsidenten Rudolf Dellenbach massiv. Mittelfristig müssen wir befürchten, dass wir weniger erfolgreich sind und fähige Mitarbeiter die Bank verlassen werden, weil andere Institute für gleiche Funktionen höhere Löhne bezahlen.

Der Grossrat kürzt das Einkommen von zukünftigen CEOs der Aargauer Kantonalbank um fast einen Drittel. «Gute Leute werden uns verlassen, das hat zur Folge, dass wir langfristig weniger sicher sein werden», sagt AKB-Bankratspräsident Dieter Egloff.

Grosser Rat kürz dem AKB-CEO den Lohn

Sie sagen, die Politik habe ein Zeichen setzen wollen.

Die AKB wurde dafür abgestraft, dass es insbesondere bei den beiden Grossbanken Lohnexzesse gab und immer noch gibt. Aber die Politiker tragen nicht nur gegenüber dem eigenen Wähler Verantwortung, ihnen ist auch das Eigentum des Volkes anvertraut. Die AKB ist die ertragsstärkste Beteiligung des Kantons. Sie müssten zu dieser ebenfalls Sorge tragen. Das ist am Dienstag leider nicht geschehen.

Den Unmut in der Bevölkerung können Sie aber nachvollziehen?

Selbstverständlich. Es ist sicher schwierig zu verstehen, dass die AKB wegen eines Lohndeckels von 600 000 Franken in Schwierigkeiten geraten könnte. Aber die AKB steht im Aargau mit vielen anderen Banken in einem starken Wettbewerb.

Rudolf Dellenbach wird Mitte 2016 abtreten, der Lohndeckel gilt aber ab Anfang Jahr. Müssen Sie auch ihm eine Änderungskündigung schicken?

Wir müssen zuerst die Situation analysieren. Ich möchte mich daher heute hierzu nicht äussern.