Hotellerie
Logiernächte: Die Schweiz im Hoch, der Aargau im Tief – und Schuld sind die Deutschen

Die Aargauer Hotellerie verzeichnete ein durchzogenes erstes Halbjahr 2017. Total sanken die Übernachtungszahlen um knapp einen Prozentpunkt. Aargau-Tourismus-Chefin Andrea Portmann erklärt das schlechte Halbjahr.

Nicola Imfeld
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Die Aargauer Hotellerie verzeichnete ein durchzogenes erstes Halbjahr 2017.

Die Aargauer Hotellerie verzeichnete ein durchzogenes erstes Halbjahr 2017.

Keystone/MARTIN RUETSCHI

Die Aargauer Hotellerie verzeichnete ein durchzogenes erstes Halbjahr 2017. Total sanken die Übernachtungszahlen um knapp einen Prozentpunkt. Gleichzeitig nahm die Zahl der Logiernächte in der Schweiz um über vier Prozent zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte.

Hauptgrund für den Rückgang im Aargau sind die ausbleibenden Gäste aus Deutschland. Im Vergleich zu 2016 kamen satte elf Prozent weniger über die Landesgrenze in den Aargau. Dies ist erstaunlich, da die Übernachtungszahl von Deutschen Touristen gesamtschweizerisch stagnierte (-0,1 Prozent).

Noch Anfang Jahr unterstrich Tourismus-Aargau-Chefin Andrea Portmann in einem Interview in der az, dass man neben «Zürcher und Bündner» auch vermehrt Gäste aus dem Nachbarsland in den Aargau locken möchte. Warum ist dies misslungen? «Es gibt eine Diskrepanz zwischen unseren Wünschen und der Machbarkeit», bilanziert sie. Zurzeit fehle dem kantonalen Tourismus die Mitteln, um in Deutschland zu werben.

Andrea Portmann, Direktorin von Aargau Tourismus, in der Aarauer Altstadt.

Andrea Portmann, Direktorin von Aargau Tourismus, in der Aarauer Altstadt.

Chris Iseli

Nebst den Logiernächten ist auch die Zimmerauslastung im Aargau um sechs Prozent zurückgegangen. Durchschnittlich waren von Januar bis Juni 2017 nur noch 43,9 Prozent der Zimmer besetzt. Dies hängt neben den rückläufigen Übernachtungszahlen auch mit der erhöhten Kapazität zusammen. Das Hotel Kettenbrücke in Aarau eröffnete beispielsweise im Frühling 2016 mit 27 neuen Zimmern.

Trotz den schlechten Zahlen ist Portmann nicht beunruhigt. Im Vergleich zu anderen Kantonen habe der Aargau in den vergangenen Jahren kaum Gäste verloren. Deswegen sei es nicht erstaunlich, dass diese Regionen jetzt wieder «Boden gutmachen.»